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Stadt Kassel, VW und Co.: Dürfen Mitarbeiter das WM-Spiel der Deutschen gucken?

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Von: Kathrin Meyer, Sven Kühling

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Die Deutschen starten in die WM. Anstoß: 14 Uhr, während unzählige Menschen in Kassel arbeiten müssen. In den Unternehmen ist das kein großes Thema. 

Kassel – Heute (23. November) spielt die deutsche Nationalmannschaft ihr erstes Spiel bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Katar. Anpfiff gegen Japan ist um 14 Uhr. Für Arbeitnehmer auch in Stadt und Kreis Kassel eine Zeit, in der sie nicht vor dem heimischen Fernseher sitzen können. Wir haben in Unternehmen in der Region nachgefragt, ob sie ihren Mitarbeitern ermöglichen, zumindest die Spiele des deutschen Teams zu sehen.

Stadt Kassel: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die bestimmte Spiele der Weltmeisterschaft verfolgen möchten, können dafür außerhalb der Funktionszeit die Möglichkeiten flexibler Arbeitszeit nutzen, heißt es von der Stadt Kassel. Eine Übertragung der Begegnungen im Rathaus sei keinesfalls geplant, ein Streamen der WM-Spiele über den Dienstcomputer während der Arbeitszeit untersage eine entsprechende Dienstvereinbarung.

Deutschland gegen Japan während der Arbeitszeit? In Stadt und Kreis Kassel wird nicht übertragen

Landkreis Kassel: Sprecher Harald Kühlborn sagt: „Beim Landkreis gibt es keine Möglichkeit, während der Arbeitszeit Spiele der Fußball-WM in Katar zu sehen.“ Es würden daher auch keine Fernseher aufgestellt. Falls Mitarbeitende ein Spiel im Fernsehen verfolgen wollten, müssten sie dies außerhalb ihrer Arbeitszeit tun.

Fan-Feste wie diese 2018 in Berlin wird es aufgrund der Jahreszeit kaum geben: Aber auch bei den meisten Arbeitgebern bleibt der Fernseher aus. Wer die Spiele schauen will, muss das in seiner Freizeit tun.
Fan-Feste wie diese 2018 in Berlin wird es aufgrund der Jahreszeit kaum geben: Aber auch bei den meisten Arbeitgebern in Stadt und Kreis Kassel bleibt der Fernseher aus. Wer die Spiele schauen will, muss das in seiner Freizeit tun. (Symbolbild) © Bernd von Jutrczenka/dpa

Post: „Als verantwortungsvolles Dienstleistungsunternehmen haben wir auch während der WM zu allererst unsere Verpflichtungen gegenüber unseren Kunden zu erfüllen“, sagt Post-Pressesprecher Thomas Kutsch. Dies habe Priorität. Angesichts des starken Weihnachtsverkehrs, Black Friday und Cyberweek „benötigen wir jetzt alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, um die steigenden Brief- und Paketmengen pünktlich zu unseren Kunden zu bringen.“ Vor Weihnachten verdopple sich das Volumen der täglich bewegten Pakete. Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen hätten aber im Rahmen der Arbeitszeitregelungen, wie Überstundenabbau oder Urlaub, immer die Möglichkeit freizunehmen, wenn nicht betriebliche Gründe dagegensprächen.

Volkswagen: Auch im VW-Werk Kassel in Baunatal muss ein Fan notfalls Stunden vom Freizeitkonto entnehmen, um Spiele zu gucken. „Die WM-Spiele werden nicht im Werk übertragen“, sagt Werkssprecher Heiko Hillwig. Alle Beschäftigten, die die Übertragung der Fußballspiele während ihrer üblichen Arbeitszeit verfolgen möchten, könnten dies mit Zustimmung ihrer Vorgesetzten tun, „soweit die Liefer-/Dienstleistungsverpflichtungen gegenüber Kunden nicht gefährdet“ sind. Hillwig: „Unsere Beschäftigten bringen dafür Freizeitansprüche ein oder entnehmen unbezahlten Urlaub.“

Kassel: Stream zum WM-Auftakt der deutschen Nationalmannschaft kein Thema bei Unternehmen

Mercedes-Benz: Auch der Lastwagenbauer Daimler Truck erklärt: „Im Mercedes-Benz Werk Kassel ist kein Public Viewing auf dem Betriebsgelände geplant.“

Rheinmetall: Von der Belegschaft in Kassel „wurden bisher keine Wünsche vorgetragen, die Fußballspiele während der Arbeitszeit live zu verfolgen“, erklärte ein Sprecher des Rüstungskonzerns und Autozulieferers Rheinmetall. „Deshalb sind solche Events auch nicht vorgesehen“. Wer die Übertragung live sehen wolle, könne die Gleitzeitregelungen nutzen.

Ikea: Im Kasseler Möbelhaus wird es ebenfalls kein Public Viewing für die 300 Beschäftigten geben. Während der Pausen stehe es ihnen aber frei, der Weltmeisterschaft über Smartphones oder andere private Endgeräte zu folgen, so eine Sprecherin. Dafür zeigt Ikea Flagge: Als Reaktion auf die abwertenden Aussagen des katarischen WM-Botschafters über Homosexualität sei es den Häusern freigestellt, während der WM die Regenbogenfahne zu hissen. In Kassel sei sie aufgezogen. (wll/kme/sok)

Auch in anderen Teilen Nordhessens ist WM-Schauen während der Arbeitszeit in diesem Jahr kein großes Thema.

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