Am Samstag kam es zu mehreren Körperverletzungen unter verschiedenen Fans

Fußball: "Fan"-Randale im Bahnhof

Kassel. Körperverletzung, Raub, Diebstahl, Nötigung und Beleidigung. Benny Roob, Sprecher der Bundespolizeiinspektion Kassel, zählt die Straftatbestände auf, die am Samstag von gewaltbereiten Fußballfans im Bahnhof Wilhelmshöhe beziehungsweise in Zügen begangen worden sind.

Jedes Wochenende nutzen zahlreiche Fußballanhänger aus ganz Deutschland diesen Bahnhof zum Umstieg auf dem Weg ins Stadion oder zurück. So auch Anhänger von Hannover 96, die sich am Samstag auf dem Rückweg vom Bundesligaspiel in Frankfurt befanden. Nach der Auswärtsniederlage hätten sie im Drogeriemarkt des Kasseler Bahnhofes während des Umstiegs eine bisher noch unbekannte Menge Bier und Spirituosen gestohlen. „Zur Täterermittlung werden derzeit Videoaufzeichnungen ausgewertet“, sagt Roob.

Weiterhin fuhren etwa 90 Fans des KSV Hessen Kassel zur Begegnung der Regionalliga Südwest nach Mainz. Bereits während der Anreise habe ein KSV-Anhänger einen Jugendlichen, der einen Fanschal des FC Ingolstadt trug, im Zug bedroht. Aufgrund dieses Vorfalls und seines aggressiven Verhaltens gegenüber den begleitenden Bundespolizisten war für ihn in Gießen Endstation. Während der Rückfahrt von Mainz nach Kassel hätten drei Kasseler Fans einen anderen Löwen-Anhänger im Zug verletzt. Grund für diese Körperverletzung dürften interne Streitigkeiten innerhalb der Fanszene sein.

Trauriger Höhepunkt sei am Samstagabend der Angriff von Kasseler Fans auf Anhänger aus Offenbach gewesen, sagt Roob. Die kamen aus Münster und warteten in Wilhelmshöhe auf ihren Anschlusszug nach Offenbach. Dabei sei es zu mehreren Körperverletzungen, Widerstand und Beleidigung gegen die Bundespolizisten sowie zum Raub eines Fanschals gekommen.

Zwei Tatverdächtige konnten bereits durch die Bundespolizeiinspektion Kassel ermittelt werden. Weitere Ermittlungen dauern an.

Der stellvertretende Leiter der Bundespolizeiinspektion Kassel, Rainer Paul, stellt klar, dass die Masse der bahnreisenden Fußballfans friedlich sei, es aber immer wieder Chaoten gibt, die massiv über die Stränge schlagen: „Die Bundespolizei sieht sich als toleranter, freundlicher und dialogbereiter Partner aller sportbegeisterten, friedfertigen Fußballfans. Gegen gewaltbereite und gewalttätige Fans gehen wir auch zukünftig frühzeitig und konsequent vor. Höchste Priorität hat dabei die Sicherheit aller Bahnreisenden.“

Gegen alle Tatverdächtigen wurden Ermittlungsverfahren eingeleitet. Weiterhin wird gegen sie ein bundesweites Stadionverbot sowie ein präventiver Beförderungsausschluss angeregt. (use)

Wer Hinweise auf weitere Täter geben kann, wird gebeten, sich unter der Tel. 05 61/81616 -0 bei der Bundespolizei zu melden.

Rubriklistenbild: © Schoelzchen

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