"Struuuuuuuunz" lief in Kassel auf

Ex-Nationalspieler Thomas Strunz war bei der Kinder-WM zu Gast

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Siegerfoto: Thomas Strunz (vorne rechts) mit dem Team der Schule Am Wall, das bei der Kinder-WM für Italien spielte. Vordere Reihe v. l.: Eren, Hasret, Dawood, und Ömer. Mittlere Reihe v.l.: Ervin, Maximilian, Sahail, Salam, Miroslaw, Pawel, Musa. Hinten (v.l.) die Mitgliedes Rotary Clubs Wilhelmshöhe Reinhard Schulte-Ebbert, Prof. Hendrik Terheyden, Rolf Kreckebusch und Prof. Jürgen Faß.

Kassel. Ein einziger Satz machte Thomas Strunz unvergesslich: „Was erlauben Struuunz!“ hatte vor 15 Jahren Giovanni Trapattoni bei einer Pressekonferenz geschimpft. Am Samstag war Strunz bei der Kinder-WM des Rotary Clubs Wilhelmshöhe und der Sportvereinigung Olympia in Kassel zu Gast.

Dort verriet er, dass er Trapattoni heute dankbar für seine Wutrede sei: „Wenn man mit den Medien arbeitet, muss man bekannt sein. Da hat mir Herr Trapattoni sehr geholfen“, sagte er der HNA.

Das Strunz in die Niederzwehrener Fußballhalle kam, um dort an acht Kasseler Grundschulmannschaften Pokale zu verleihen, war dem Kasseler Unternehmer Jörg Ludwig Jordan zu verdanken. Die beiden hatten sich in München bei einer Veranstaltung kennengelernt.

Bei seinem Auftritt in Kassel zeigte sich, dass der 47-Jährige vor allem bei den Vätern der Kinder ein Idol ist. Viele Kinder erkannten den Ex-Profi nicht, der von 1990 bis 1999 in der Nationalmannschaft spielte. Strunz nahm es gelassen: „Das bin ich gewöhnt. Auch sonst schicken meist die Väter ihre Kinder zu mir, um ein Autogramm zu holen.“

Während Strunz mit den Eltern der Grundschüler locker ins Gespräch kam und für etliche Handyfotos posierte, kämpften in der Halle insgesamt 120 Schüler um den WM-Titel. Dabei schlüpften die Dritt- und Viertklässler in die Rolle unterschiedlicher Nationen. Strunz erinnerte sich bei der Gelegenheit an seine ersten Schritte auf dem Fußballplatz. Als Fünfjähriger habe er in Duisburg seine Karriere begonnen. Das er mit 28 Jahren Europameister werden würde, sei für ihn damals undenkbar gewesen. Sein allererstes Spiel habe seine Mannschaft mit 12:0 verloren. Heute spiele sein jüngster Sohn (5) auch Fußball – ein Talent sei in dem Alter noch nicht erkennbar.

Zur Person

Thomas Strunz (46) war von 1990 bis 1999 Nationalspieler. Der Mittelfeldspieler wurde 1996 Europameister. Er spielte, mit Unterbrechung, neun Jahre für FC Bayern. Heute ist er Experte beim TV-Sender Sport 1 und Spielerberater. Er lebt in Braunschweig und hat vier Kinder. Stefan Effenberg hatte ihm die Ex-Frau ausgespannt.

In der Niederzwehrener Fußballhalle waren aber durchaus einige Talente zu sehen. Wobei sich Strunz wunderte, dass dort viele Mädchen mitspielten. Das habe es in seiner Kindheit nicht gegeben.

Am Ende der Kinder-Fußball-WM, die der Rotary Club Wilhelmshöhe zum ersten Mal organisiert hatte, standen Brasilien (Grundschule Brückenhof) und Italien (Schule am Wall) im Endspiel. Die Schule am Wall schoss Italien mit 6:2 zum Weltmeister. Die Schule Unterneustadt, die für Deutschland angetreten war, landete auf dem letzten Platz. „Das kommt hin. Ich glaube, das wird nix bei der WM“, kommentierte Strunz.

Küsschen von Trapattoni

Trapattoni und Strunz haben sich zuletzt im März bei Markus Lanz im ZDF wiedergesehen: „Es gab eine herzliche Begrüßung und Küsschen“, erzählte der Fußballer.

Mit Eintritt und Spenden, die bei der Kinder-WM zusammenkamen, wird auch die HNA-Aktion „Kinder für Nordhessen“ unterstützt.

Thomas Strunz über...

... Deutschlands Chancen bei der WM in Brasilien: „Wir haben gute Spieler, aber zu viele Verletzte und einen 36-jährigen Stürmer. Das ist zu dünn. Mir kribbelt es nicht mehr im Fuß, wenn ich das sehe.“

... Uli Hoeneß: „Der hat Riesenmist gebaut, dafür muss er einstehen. Aber die Art und Weise der Berichterstattung über ihn finde ich grenzwertig.“

... über Kritik von Fußballkommentatoren: „Sachlich begründete Kritik ist okay. Aber oft wird sie zu pauschal geübt, es gibt kaum Differenzierung. Als Fußballer darf man das nicht persönlich nehmen.“

Von Bastian Ludwig

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