Aufstiegsheld von 2006

KSV-Fußballgott Thorsten Bauer auch mit zweiter Karriere bei Versicherung erfolgreich

Liebling der Fans: Fast 300 Mal lief Bauer für den KSV auf und wurde im Auestadion oft gefeiert.
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Liebling der Fans: Fast 300 Mal lief Bauer für den KSV auf und wurde im Auestadion oft gefeiert.

In Kassel kennt man Thorsten Bauer als ehemaligen Torjäger des KSV Hessen, die Löwenfans nennen ihn Fußballgott. Auch für seinen heutigen Arbeitgeber ist er zum Aushängeschild geworden.

Kassel - Vor 15 Jahren erreichte Thorsten Bauer den Höhepunkt seiner ersten Karriere: Der ehemalige Fußballer stieg mit dem KSV Hessen Kassel in die damals drittklassige Regionalliga Süd auf und wurde später von den Fans zum Kasseler Fußballgott gekürt. Vor wenigen Wochen folgte der nächste Höhepunkt für Bauer, diesmal in seiner zweiten Karriere: Bauers Rolle als Geschäftsführer der Kasseler Barmer-Geschäftsstelle, die rund 55.000 Kunden betreut, wurde durch eine Umstrukturierung aufgewertet.

Der Standort Kassel ist innerhalb der Barmer zu einem sogenannten „Hub“ geworden – ein englisches Wort, das sich als Knotenpunkt übersetzen lässt. Bei der Kasseler Geschäftsstelle mit ihren 14 Mitarbeitern und drei Azubis laufen die Fäden regionaler Netzwerke und Kooperationen zusammen, und Bauer ist das Aushängeschild – wie schon zu seiner Zeit bei den Löwen.

„Meine Aufgaben sind jetzt repräsentativer geworden und haben mehr mit unserer Strategie zu tun als dem operativen Geschäft“, erklärt Bauer. „Ich bin weiter auch für den vertrieblichen Bereich verantwortlich, die Hauptrolle spielen dort jetzt aber andere.“ Bauers Aufgaben sind jetzt die Netzwerkarbeit mit politischen und wirtschaftlichen Partnern sowie das Vorantreiben von Kooperationen, etwa mit Sportvereinen. Ein Feld, auf dem sich ein Fußballgott selbstredend zuhause fühlt.

Bauer hält Vorträge zu gesundheitspolitischen Themen und zu Fragen der Sozialversicherungen. „Ich bin auch ein Bindeglied zwischen den verschiedenen Interessen auf regionaler und nationaler Ebene“, sagt er. Seine neue Rolle müsse sich aber noch weiterentwickeln und „mit Leben gefüllt werden“, wie er es ausdrückt. Die Barmer ist eine der größten Gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland, hat fast neun Millionen Versicherte. Bauers Gebiet umfasst den Großraum Kassel, die nächsten Geschäftsstellen gibt es in Baunatal, Korbach und Bad Hersfeld.

Thorsten Bauer: Geschäftsführer bei der Barmer in Kassel.

Ziel der Kooperationen der Barmer sei die Gesundheitsförderung in Betrieben und Vereinen, berichtet Bauer. Dazu gehören Aktionen rund um die Gesundheit, vom Vital-Check für Sportler bis zum Erste-Hilfe-Kurs für Jugendmannschaften. „In Zeiten von Homeoffice ist der Gesundheitsvorsorge in den Unternehmen noch mal eine ganz andere Bedeutung zugekommen. Der Bedarf ist ein anderer, aber auch die Möglichkeiten haben sich verändert.“ Themen wie Stressmanagement, Ernährung, Ergonomie und Fitness im Homeoffice werden beispielsweise in betrieblichen Gesundheitswochen abgedeckt. Für virtuelle Trainingseinheiten am heimischen Arbeitsplatz werden dazu Fitnessbänder und Faszienrollen von der Barmer an die Mitarbeiter verschickt.

Seine Bekanntheit, die er als Aufstiegsheld von 2006 erlangte, kommt ihm noch heute zu Gute. „Darüber habe ich immer noch Zugriff auf ein großes Netzwerk, außerdem ist mein Name für viele positiv besetzt. Das ist schon ein kleiner Türöffner“, sagt Bauer. Bei der Barmer fing Bauer an, als er noch beim KSV Baunatal kickte. Wegen seines Wechsels zum höherklassigen SSV Jahn Regensburg musste er seine Ausbildung zum Sozialversicherungsfachangestellten für zwei Jahre unterbrechen. 2002 kehrte er zurück in die Heimat, begann seine Karriere beim KSV Hessen und stieg wieder bei der Barmer ein.

Bis auf das eine Jahr in Regensburg hat der Torjäger immer neben dem Fußball noch gearbeitet. Die Barmer und der KSV sind für den 43-Jährigen zwei wichtige Konstanten in seinem Leben. „So wie der KSV mein Verein ist, ist die Barmer meine Versicherung. Ich bin dort seit meiner Geburt versichert“, erzählt er. „So sind wir Nordhessen: Erst mal etwas stur, dann aber sehr loyal“, sagt er mit einem Schmunzeln im Gesicht.

Seine Töchter Leonie (8) und Luisa (4) haben keine Vorstellung davon, warum der Vater ein Fußballgott sein soll. „Das ist völlig okay, dass sie keinen Bezug zum Fußball haben“, sagt er. Zwar werde er auch heute noch immer wieder auf den Aufstieg und sein entscheidendes Tor gegen den FSV Frankfurt angesprochen, „aber auch das wird mit der Zeit weniger“. Stolz machen ihn seine KSV-Erfolge immer noch, sagt er. Genauso wie seine neue Rolle bei der Barmer das tue. (Gregory Dauber)

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