Fußgänger werden häufig übersehen

Fußgänger werden oft übersehen: Leser weisen auf gefährliche Überwege in Kassel hin

+
Vorsicht ist geboten: Gleich zwei Autofahrer hintereinander haben Christin Schaubhut und ihre Tochter Matea am Zebrastreifen auf der Schönfelder Straße / Ecke Gräfestraße übersehen.

Kassel. Die neunjährige Matea aus Kassel könnte eigentlich schon alleine zur Hupfeldschule laufen. Wenn da nicht der Zebrastreifen über die Schönfelder Straße wäre.

Dort haben ihre Eltern die Erfahrung gemacht, dass viele Autofahrer die Fußgänger übersehen oder schlicht zu schnell unterwegs sind und nicht mehr rechtzeitig bremsen können. Deshalb begleitet ihre Mutter Christin Schaubhut sie regelmäßig bis zum Zebrastreifen.

Familie Schaubhut und viele weitere HNA-Leser hatten sich nach unserer Berichterstattung über einen gefährlichen Zebrastreifen auf der Wilhelmshöher Allee/ Höhe Marienstraße auf einen HNA-Aufruf hin gemeldet.

Christin Schaubhut hat ihrer Tochter eingeimpft, dass sie auf jeden Fall vor dem Zebrastreifen stehen bleiben muss, um sich zu versichern, dass die Autos auch wirklich halten. „Einmal musste ich sie schon an der Kapuze zurückziehen, damit sie nicht überfahren wird“, erinnert sich die Mutter.

Christin Schaubhut kann sich nicht erklären, warum die Fußgänger an dem Zebrastreifen so häufig übersehen werden. Denn immerhin weisen auch Schilder auf diesen hin. „Vielleicht gucken die Autofahrer schon auf die nächste Ampel, um dort gegebenenfalls noch bei Grün drüber zu kommen“, mutmaßt die Kasselerin.

Als die HNA Mutter und Tochter zum Zebrastreifen begleitet, muss man nicht lange darauf warten, dass Autofahrer unmittelbar vor den beiden den Zebrastreifen überfahren. Manchmal sind es sogar zwei bis drei Autos hintereinander, die einfach über den Überweg rauschen.

Wird oft übersehen: Der Zebrastreifen an der Wilhelmshöher Allee auf Höhe der Rolandstraße in Höhe des Eiscafès Frare. Foto:  Malmus

Wilhelmshöher Allee

Neben dem Zebrastreifen auf der Wilhelmshöher Allee/ Ecke Marienstraße – den die HNA bereits vorgestellt hatte – erreichten die Redaktion etliche weitere Hinweise zu Gefahrenstellen an der Allee.

• Mehrfach genannte wurde der Zebrastreifen in Höhe Sophienstraße, wo 1997 ein vierjähriger Junge von einem Auto erfasst wurde und später an seinen Verletzungen starb.

• Auch der Zebrastreifen in Höhe Königstor wurde erwähnt. Lennart König schrieb: „Genau an diesem Zebrastreifen Wilhelmshöher Allee/ Höhe Ingenieurschule bin ich mit meinem damals vier- oder fünfjährigen Sohn an der Hand von einem Auto bei wenig Verkehr und bester Sicht fast angefahren worden. Wir haben uns damals nur durch Flucht zurück retten können. Der Autofahrer fuhr ungerührt durch.“

• Jutta Sichelschmidt wies auf den Zebrastreifen in Höhe Rolandstraße hin, auf dem Fußgänger oft übersehen würden. „Außerdem biegen hier viele Fahrzeuge nach links ab, obwohl dies verboten ist, um die Gegenseite der Wilhelmshöher Allee zu benutzen.“

• Gerhard Hartwig hat die Erfahrung gemacht, dass auf dem Zebrastreifen zwischen Kurhessen-Therme und Gutshof die Fußgänger häufig zurückspringen müssen, um nicht erfasst zu werden.

Die Autos rauschen einfach vorbei: Der Zebrastreifen auf der Tischbeinstraße/Ecke Langenbeckstraße.

Tischbeinstraße

• Heike Jakob kennt besonders gut die Situation an der Tischbeinstraße/ Ecke Langenbeckstraße. „Seit Jahren ist es für Fußgänger echt gefährlich. Die Autos halten einfach nicht an und rauschen in einem Affenzahn vorbei“, sagt sie.

Querallee

• Willi Napieralsky weist auf den Zebrastreifen auf der Querallee/ Ecke Herkulesstraße und Luisenstraße hin. Dieser sei nur mit Vorsicht zu überqueren. „Oft wird hier beschleunigt, obwohl man den Fußgänger eigentlich sehen müsste, um noch schnell vor dem Fußgänger den Zebrastreifen zu passieren.“ Manchmal habe man den Zebrastreifen noch nicht komplett überquert, da würden die ungeduldigen Fahrer schon wieder Gas geben und einem fast die Fersen abfahren.

Wolfhager Straße

• Annett Mehlhorn hat den Zebrastreifen auf der Wolfhager Straße/ Höhe Freibad Harleshausen als Gefahrenpunkt kennengelernt.

Dort und auch an der Ecke Wolfhager Straße/ Wilhelmshöher Weg komme es regelmäßig zu sehr gefährlichen Situationen.

Blumenäckerweg

• HNA-Leser Ludwig Prautzsch benennt den Zebrastreifen auf dem Blumenäckerweg/ Ecke Wolfhager Straße in Kirchditmold. „Hier hat mich vor einiger Zeit ein Autofahrer regelrecht überfahren. Ich lag auf der Straße und musste dem Autofahrer sagen, dass er etwas zurückfahren muss, da mein Fuß von einem Rad eingeklemmt ist“, berichtet der 92-Jährige.

Die Polizei habe die Sache aufgenommen. „Ich erinnere mich, dass der Autofahrer sich nicht entschuldigte, sondern nur sagte, dass er über 60 Jahre alt sei.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.