Unterführung am Steinweg soll im Sommer geschlossen werden.

Aus für Fußgängertunnel am Steinweg

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Aus für Fußgängertunnel am Steinweg

Kassel. Der Fußgängertunnel am Steinweg hat ausgedient. Die Unterführung, die in Höhe der Mittelgasse zum Staatstheater und zum Regierungspräsidium führt, wird geschlossen.

Fußgänger können den Steinweg seit Längerem ebenerdig überqueren - es gibt an dieser Stelle einen ampelgesicherten Überweg. Die Schließung ist ein weiterer Schritt auf dem Weg zum erklärten Ziel der Stadt, die alten Tunnel abzubauen und die Innenstadt ebenerdig erreichbar zu machen. Der Ortsbeirat Mitte zeigte sich in seiner jüngsten Sitzung erfreut über die Pläne.

Er sprach sich aber dafür aus, die Ampel möglichst so zu schalten, dass Fußgänger nicht durch Linksabbieger aus Richtung Karlsaue und Du-Ry-Straße gefährdet werden. „Fakt ist, dass der Tunnel als große Toilette benutzt wird“, sagte Angelika Hartmann (SPD). „Es wird Zeit, dass er wegkommt.“ Mit der Verbindung unter dem Steinweg wird der achte Tunnel in der Stadt zugemacht. Zehn der ursprünglich 18 Unterführungen werden dann noch übrig sein. Mit dem Umbau der Rathauskreuzung für die Regiotram vor fünf Jahren verschwand die Unterführung an der Fünffensterstraße.

Am Scheidemannplatz und am Kulturbahnhof müssen Fußgänger ebenfalls nicht mehr unter die Erde, wenn sie die Straßenseite wechseln wollen. Die unansehnlichen Tunnel, für viele auch Orte der Angst, sind verschwunden. Altmarktkreuzung Eigentlich sollte die Fußgängerunterführung am Altmarkt mit dem Neubau des Finanzzentrums ebenfalls dichtgemacht werden. Doch das Land spielte nicht mit. Es weigerte sich, den Löwenanteil der auf 1,9 Millionen Euro bezifferten Umbaukosten zu tragen.

In Wiesbaden befürchtet man lange Staus, wenn der Tunnel komplett wegfällt und stattdessen vier Fußgängerüberwege kommen. Seitdem wird über die Altmarktkreuzung diskutiert, eine Lösung ist nicht in Sicht. Zurzeit versucht die Stadt, die Zustimmung des Landes für einen Umbau mit drei Überwegen zu bekommen. Vor zehn Monaten habe man den Vorschlag eingereicht, sagt der Leiter des Amtes für Straßenverkehr und Tiefbau, Gunnar Polzin. Eine Antwort gebe es noch nicht. „Wir hoffen aber, dass wir uns bald einigen und nächstes Jahr bauen können.“

Eigentlich sollte es in diesem Jahr so weit sein, 1,4 Millionen Euro waren eingeplant. Doch daraus wird nichts. Der Tunnel am Steinweg wird voraussichtlich im Sommer stillgelegt. Noch ist laut Polzin unklar, wie er verfüllt wird. Deshalb könne man auch noch keine Angaben über die Kosten machen. Mit der Schließung der Unterführung fielen Unterhaltskosten weg, die Radwege könnten zudem besser geführt werden. „Man spart einiges“, sagt Polzin.

Immer wieder müsse man Hakenkreuzschmierereien entfernen, Lampen erneuern und dafür Sorge tragen, dass es nicht feucht werde. Als Nächstes wollen die Straßenplaner laut Polzin den Altmarkt umbauen und dann den Abbau weiterer Tunnel in Angriff nehmen.

Von Ellen Schwaab

Hintergrund: Noch elf Tunnel werden genutzt

Außer den Unterführungen an Scheidemannplatz, Kulturbahnhof und Rathaus wurden nach Angaben der Stadt bereits geschlossen: die Tunnel Hallenbad Ost, Steinweg /Höhe AOK, Weserstraße /Höhe Ysenburgstraße und Holländische Straße / Höhe Hegelsbergstraße. Noch in Betrieb sind die Tunnel an der Trompete, am Altmarkt, an der Frankfurter Straße / Höhe des Hotels Gude und an der Holländischen Straße / Höhe Eisenschmiede. Nur noch auf Zeit offen ist die Unterführung am Steinweg, die im Sommer stillgelegt werden soll. (els)

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