Neue Kritik am Stil von Parteichefin Eva Kühne-Hörmann, aber auch an Donald Strubes Wechsel zur FDP

Kritik an Kühne-Hörmann: "Wegener-Kandidatur ein riesiger Fehler"

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Eva Kühne-Hörmann

Kassel. Ruhe kehrt bei der Kasseler CDU vorerst nicht ein. Nach dem Parteiaustritt der Stadtverordneten Donald Strube und Lutz Schmidt am Donnerstag, wurde erneut Kritik am Führungsstil von Eva Kühne-Hörmann laut.

Offen meldete sich Gerhard Rinder, CDU-Ortsbeiratsmitglied in Niederzwehren, in einer Pressemitteilung zu Wort. Ähnlich wie andere Parteimitglieder warf er Kühne-Hörmann vor, das Wahlergebnis schön zu reden. „Die Stimmenzahl für die CDU ist sicher ganz nahe bei der Zahl der treuesten Anhänger angekommen, die als letzte von einem havarierenden Schiff gehen“, schreibt Rinder. "Es war ein riesiger Fehler", Ernst Wegener zum Oberbürgermeisterkandidaten zu machen.

Obwohl Wegener großen Einsatz im Wahlkampf gezeigt habe, sei er bei Sachthemen und dem Aufzeigen der Schwächen von Oberbürgermeister Bertram Hilgen (SPD) überfordert gewesen. „Wenn dann auch noch ein Strategie-Alleingang beim Thema neue Herkulesbahn, konträr zur bisherigen Position zur CDU-Rathausfraktion initiiert wird, erschüttert dies eine glaubhafte, politisch klare Linie“, kritisiert Rinder.

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Auch andere Mitglieder äußerten gegenüber der HNA Verständnis für die Kritik am Führungsstil der Parteichefin. Allerdings kritisierten sie den Übertritt des gerade wiedergewählten Stadtverordneten Donald Strube zur FDP. Rinder warf ihm vor, den Wählerwillen zu missachten.

Selbstkritisch zeigte sich Partei- und Fraktionsvize Michael Bathon. Er bedauere, die Anzeichen von Frust bei Strube und Schmidt nicht bemerkt zu haben. „Wir müssen uns alle an die eigene Nase fassen“, sagte er. Anders als zuletzt Kühne-Hörmann sah Barthon auch Kasseler Ursachen für das Wahlergebnis: „Man kann das nicht alles auf Japan abschieben.“

Spannend dürfte es am Montag werden, wenn sich die neue CDU-Stadtverordnetenfraktion konstituiert. Fraktionschef Dr. Norbert Wett, bisher Kühne-Hörmann treu ergeben, will sich wieder wählen lassen.

Ob er der einzige Bewerber für den Vorsitz ist, blieb offen. Ambitionen werden auch dem Ortsvorsteher von Bad Wilhelmshöhe Martin Engels nachgesagt. Auf Anfrage wollte er sich dazu allerdings nicht äußern. „Alles ist ziemlich offen“, sagte Bathon. „Ehrlich ud offen“ müsse das Wahlergebnis aufgearbeitet werden.

Diese Forderung unterstützte auch Max Schulze, Vorsitzender der Jungen Union. Es sei gut, das auf eine Klausurtagung zu tun, die nun möglichst zügig stattfinden müsse.

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