Wegen großer Schneemengen wird Gehölzschnitt von Naturschutzbehörden bis zum 14. März toleriert

Gärtner dürfen noch sägen

Obstbaumschnitt: Im Kleingarten am Park Schönfeld griff Friedrich Leikam gestern zur Säge. Gärtner dürfen in diesem Jahr wegen der

Kassel. Am kommenden Montag wäre eigentlich Schluss mit dem Gehölzschnitt. So steht es im neuen Bundesnaturschutzgesetz, das am 1. März in Kraft tritt. Doch wegen der großen Schneemengen in den vergangenen Wochen wollen die Naturschutzbehörden den Rückschnitt von Gehölzen, Büschen oder Hecken ausnahmsweise noch bis 14. März tolerieren.

Bis zu diesem Datum durften in der Vergangenheit Bäume, Hecken, lebende Zäune, Gebüsche und andere Gehölze noch radikal zurückgeschnitten werden. Künftig ist das aber bereits vom 1. März an bis zum 30. September verboten. Das ab Montag greifende Radikalschnitt-Verbot dient dem Artenschutz. Vor allem Hecken und Gebüsche bieten zahlreichen Tieren Unterschlupf, Nahrung oder Brutstätten. Gerade auch für den Vogelschutz ist wichtig, dass Gehölze zu Beginn der Brutzeit nicht mehr ausgelichtet werden.

„Es hat wenig Sinn, die Vögel im Winter zu füttern und ihnen dann im Frühjahr die Nester abzusägen.“

Michael Conrad, RP-Pressesprecher

An das Verbot haben sich nicht nur die Profis in Gartenämtern und Dienstleistungsunternehmen, sondern auch Hobby- und Kleingärtner zu halten. „Es hat wenig Sinn, die Vögel im Winter zu füttern und ihnen dann im Frühjahr die Nester abzusägen,“ sagt Michael Conrad, Pressesprecher des Regierungspräsidiums Kassel als Obere Naturschutzbehörde der Region.

Weil die Winterwitterung in diesem Jahr die Gehölzschnitte bis Ende Februar nahezu unmöglich gemacht hat, wurden durch das Regierungspräsidium jetzt alle Unteren Naturschutzbehörden bei den Landkreisen und großen Städten Nordhessens darüber unterrichtet, dass behördlich durchgeführte Gehölzschnitte bis zum 14. März dieses Jahres in der Regel zulässig sind. Gehölzschnitte von privater Seite sollen bis zum 14. März ebenfalls toleriert werden, weil auch Hobbygärtner wegen der Schneemengen bisher kaum zur Säge greifen konnten.

Die verantwortlichen Behörden hoffen, damit eine praktikable Lösung für dieses Jahr gefunden zu haben, in dem nach einem ungewöhnlich harten Winter ein früheres Verbot gilt. Appelliert wird aber an alle Betroffenen, nur unbedingt nötige Arbeiten noch in der ersten Märzhälfte zu erledigen. Alle nicht unbedingt notwendigen Gehölzarbeiten sollten im Interesse des Artenschutzes auf die Zeit nach dem 30. September verschoben werden.

Wichtig für alle Hobbygärtner ist, das auch mit dem neuen Bundesnaturschutzgesetz schonende Pflegeschnitte ganzjährig zulässig bleiben. Damit können Gartenfreunde oder professionelle Dienstleister im Garten weiterhin den Zuwachs beseitigen oder Bäume gesund erhalten.

Von Jörg Steinbach

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