Gartenbau-Berufsgenossenschaft feiert Jubiläum und fusioniert

Gärtner und Landwirte unter einem Dach

Kassel. Die Gartenbau-Berufsgenossenschaft mit ihrem Bundessitz in Kassel feiert ihr 100-jähriges Bestehen. Die Selbstverwaltung begeht dieses besondere Jubiläum am Dienstag, 19. Juni, anlässlich der Sommersitzung ihrer Vertreterversammlung.

Dann werden zu den 310 Mitarbeitern an der Frankfurter Straße 126 noch einmal 500 Gäste aus der gesamten Republik erwartet. In der standesgemäß eindrucksvollen Gartenanlage auf dem 12 000 Quadratmeter großen Grundstück soll dann gebührend gefeiert werden. Gleichzeitig wird unter dem Titel „100 Jahre Gartenbau-Berufsgenossenschaft - Prävention gestern, heute und morgen“ eine Ausstellung über gärtnerische Unfallverhütung eröffnet.

Thomas Wirz

Der Blick auf die Vergangenheit ist laut Direktor Thomas Wirz eine Erfolgsgeschichte. Auch die Gegenwart gestalte sich bei steigenden Mitglieder- und sinkenden Unfallzahlen „prosperierend“. Doch der Blick in die Zukunft wird für die Angestellten, Beamten und vertretenen Gärtner mit Sorgen begleitet: Entsprechend dem Willen des Gesetzgebers wird die Gartenbau-Berufsgenossenschaft im nächsten Jahr nämlich mit den acht regionalen landwirtschaftlichen Trägern zu einem neuen Träger fusionieren. Die Gärtner befürchten, dass dann die landwirtschaftliche Sicht in der neuen Bundeskörperschaft dominiert. Gerade weil diese beiden Berufsgruppen unterschiedliche Bedürfnisse haben, hatte sich die Gartenbau-Berufsgenossenschaft vor 100 Jahren von der landwirtschaftlichen Genossenschaft abgespalten und ein eigenes Profil entwickelt. Zum runden Jubiliäum kehrt sie zum Ursprung zurück.

Verdichtung und Straffung

Die Neuordnung bedeutet in erster Linie Verdichtung und Straffung, auch wenn keine Arbeitsstellen abgebaut werden sollen, erklärt Genossenschaftssprecher Frank Römer. Die Gärtner fürchten dennoch, dass bei der Präventionsarbeit künftig zu wenig auf berufsspezifische Belange eingegangen werden kann. Auch werden sie sich von einem System verabschieden müssen, auf das sie stets stolz waren: davon, dass der Beirat zu gleichen Teilen mit Arbeitgebern und -nehmern besetzt ist.

Von Christina Hein

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