Konzept sieht Gewerbeflächen vor – Ortsbeirat und Pächter des Areals „Blüthlinde“ fordern eine Bürgerversammlung

Gärtner wehren sich gegen Baupläne

Kämpfen für ihre Gärten: Die Pächter des Grabelandes „Bei der Blüthlinde“ Reinhard Köhler (von links), Friedhelm Bühn, Vanessa und Miranda Stuhlmann, Edelgard Freimark, Fariba Stern, Ralf Freimark, Monika und Walter Singer, Carsten Bolinius, Helmut Kunz, Jessica Freund, Siegrid Schröer und Fritz Engelin fordern jetzt von der Stadt eine Bürgerversammlung. Foto: Koch

Rothenditmold. Schon seit 2010 gibt es die Idee, das Gartengelände „Bei der Blüthlinde“ an der Wolfhager Straße am westlichen Rand Rothenditmolds zu bebauen.

Jetzt ist ein erstes Konzept im Umlauf, das im Auftrag der Stadt erstellt worden ist, wie Sprecherin Petra Bohnenkamp sagt. Erarbeitet hat es Matthias Tunnemann von der Baugenossenschaft Gemeinschaftliches Leben.

Das Konzept sieht eine Nutzung für Wohnen und Gewerbe vor und war im Frühjahr dem Stadtteilgremium Rothenditmold präsentiert worden.

Jetzt erfuhren die Pächter der Gärten davon, und sie sind über eine mögliche Bebauung des Areals, das an der Wolfhager Straße stadtauswärts rechts zwischen der Kirche und den Drei Brücken liegt, stinksauer. Während der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats Rothenditmold machten sie ihrem Ärger lautstark Luft.

Information der Pächter

Ortsbeiratsmitglied Hans Roth (AUF-Partei), der das Thema eingebracht hatte und es erläuterte, stellte klar: „Jetzt müssen die Pächter über das Vorhaben informiert und ab sofort einbezogen werden.“

Mit den Eigentümern, zum Beispiel dem Gewerbepark Clasen, der Deutschen Bahn sowie der Stadt, bestünden einjährige Pachtverträge. Ob es sich um Kleingärten im rechtliche Sinne handelt, sei unklar. Der Stadt- und Kreisverband der Kleingärtner betreue die Gärtnergemeinschaft „Blüthlinde“.

Das Konzept sehe vor, an der Wolfhager Straße Gewerbeflächen zu errichten, dahinter verschiedenartige Wohnhäuser, außerdem eine Grünfläche und Werkstätten, einige Gartenparzellen sollen erhalten bleiben, referierte Roth den Planer.

Die aufgebrachten Pächter erklärten, jahrelang hätten sie Geld und Engagement in aufwändige Pflege und Erhalt der Gärten gesteckt, Hütten gebaut, das teils verwahrloste Gelände seit Generationen stets erhalten. „Damit haben wir auch ein Naherholungsgebiet für den Stadtteil geschaffen“, erklärten sie.

In der hitzig geführten Dis

kussion hieß es, im Hinblick auf eine Bebauung sei es unverantwortlich, jetzt noch weiter Gärten zu vermieten. Und was solle werden aus den geschaffenen Werten, warum solle man jetzt noch investieren, wenn jederzeit die Kündigung drohe.

Ortsvorsteher Rolf Lösking (SPD) versprach Unterstützung, außerdem werde er umgegend den Stadt- und Kreisverband der Kleingärtner einbeziehen, der die Meinung der Pächter abklären soll.

Die Betroffenen haben inzwischen eine Unterschriftenaktion gestartet, mit der sie bei der Stadt kurzfristig eine Bürgerversammlung verlangen. Dies fordert auch der Ortsbeirat.

Von Sabine Oschmann

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