Jahr 2013

Kassel verzeichnet Gäste-Rekord auch ohne documenta

Foto:  Koch

Kassel. Auch außerhalb von documenta-Jahren ist Kassel inzwischen für Tourismusrekorde gut: 2013 kamen so viele Gäste wie noch nie in einem Jahr, in dem keine internationale Kunstschau lockte. Nach Angaben der Stadt wurden im Vorjahr 461 000 Gästeankünfte sowie 836 000 Übernachtungen gezählt.

Zum Vergleich: Das waren 19 000 Übernachtungen mehr als im Jahr 2007, in dem Roger M. Bürgels documenta 12 als bis dato bestbesuchte Schau jede Menge internationales Publikum in die Stadt gelockt hatte. Dieses hohe Besucherniveau erreicht Kassel nun auch ohne Rückenwind durch die documenta.

Die bisherige Bestmarkte eines documenta-freien Jahres wurde 2011 mit 772 000 Übernachtungen gesetzt. Im Jahr darauf wurde – dann wieder dank documenta – die bisher absolut beste Touristenbilanz erreicht: 2012 registrierte Kassel Marketing insgesamt 948 000 Übernachtungen und erstmals über 500 000 Gäste, die die Stadt besuchten.

Angesichts der nicht viel niedrigeren Zahlen für 2013 sprach Oberbürgermeister Bertram Hilgen von einer erfreulichen Entwicklung, die zeige, „dass Kassel als Reiseziel immer attraktiver wird“. Zu dem Rekord hätten diverse hochkarätige Veranstaltungen beigetragen – etwa die Brüder-Grimm-Jubiläen, der Hessentag im Juni, die 1100-Jahr-Feierlichkeiten und einige große Tagungen im Kongress-Palais.

Auch die Ernennung der Wasserspiele und des Bergparks Wilhelmshöhe zum Unesco-Weltkulturerbe im Juni 2013 dürfte bereits Wirkung gezeigt haben. Zu den Wasserspielen im Sommer kamen teilweise dreimal so viele Besucher wie im Jahr zuvor.

Dies waren zwar schwerpunktmäßig Menschen aus der näheren und weiteren Region, die Kassels touristische Hauptattraktion nach längerer Zeit wiederentdeckten und nun mit anderen Augen sahen. Für die zweite Jahreshälfte belegt die Tourismusstatistik aber auch einen gewachsenen Zuspruch von Gästen aus dem In- und Ausland, die in der Stadt übernachtet haben.

Während der Sommermonate 2013 gingen Gästeankünfte und -übernachtungen zwar im Vorjahresvergleich zurück, aber ab September – dem Monat, in dem ein Jahr zuvor die documenta ihre Pforten geschlossen hatte – wandelt sich das Bild: Mit etwa 51 000 Gästeankünften und 90 000 Übernachtungen war der September der touristisch stärkste Einzelmonat 2013. Und im folgenden, letzten Jahresquartal kam etwa ein Drittel mehr ausländische Touristen nach Kassel als bisher zu dieser Zeit üblich – pro Monat etwa 4000 bis 5000 Gäste.

Im Jahresdurchschnitt 2013 waren Kassels Hotel- und weitere Gästezimmer zu 55 Prozent ausgelastet, auf die Bettenzahl bezogen zu 40 Prozent.

Von Axel Schwarz

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