Neues Mobilitätsticket

Touristen sollen Elektroautos fahren

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Mobil mit Strom: Für den Großraum Kassel werden in den nächsten zweieinhalb Jahren 20 Elektroautos und 40 E-Fahrräder angeschafft. Mit einem einheitlichen Mobilitätsticket sollen die Fahrzeuge vor allem von Touristen und Tagungsgästen genutzt werden können.

Kassel. Mit einem einheitlichen Ticket sollen Touristen im Großraum Kassel künftig nicht nur Bus und Bahn fahren, sondern je nach spontanem Bedarf auch Elektroautos und E-Fahrräder buchen können.

In den kommenden zweieinhalb Jahren will ein vom Bundesverkehrsministerium gefördertes Forschungsprojekt dafür die Grundlagen schaffen und in Nordhessen zeigen, wie Elektromobilität im Alltag funktionieren kann. Am Montag wurde das Vorhaben im Kasseler Rathaus vorgestellt.

Unter Federführung des Regionalmanagements Nordhessen haben sich Eon Mitte, die KVG und die Städtischen Werke, die Universität Kassel und ein touristischer E-Bike-Vermieter zusammengetan. Unter anderem wollen sie 20 strombetriebene Autos und 40 Elektrofahrräder anschaffen sowie die Zahl von derzeit gut 100 Stromtankstellen in Nordhessen mehr als verdoppeln.

Neues Buchungsportal

Die Idee der Projektpartner: Schon bei der Reiseplanung soll Touristen und Tagungsbesuchern schmackhaft gemacht werden, dass sie mit Stromantrieb unkompliziert überall hinkommen. Eine zentrale Rolle dafür spielt ein Buchungsportal, das bis Ende dieses Jahres an der Uni Kassel entwickelt wird. Damit wird man gleich bei der Hotelbuchung auch das neue Mobilitätsticket erwerben können, aber auch vor Ort an der Rezeption wird dies möglich sein. Ab Mai, so hieß es am Montag, sollen in den Garagen der Hotels Gude und Reiss die ersten E-Autos bereitstehen. Bis zum Hessentag will die KVG einen weiteren Elektrobus anschaffen. Die Trams fahren ohnehin elektrisch, die E-Fahrräder sollen an zentralen Punkten stationiert werden. Ob solche Zweiräder mittelfristig ins Kasseler Fahrradverleihsystem Konrad integriert werden könnten, solle während des Forschungsprojekts ebenfalls erörtert werden, hieß es.

4,36 Millionen für Projekt

Der Bund unterstützt das Vorhaben mit 2,5 Millionen Euro, mit den Beiträgen der regionalen Partner stehen insgesamt 4,36 Mio. Euro zur Verfügung. Laut Aussagen der Initiatoren soll es vor allem darum gehen, einem breiten Publikum zu demonstrieren, dass umweltfreundliche Mobilität im Alltag einfacher zu bewerkstelligen ist, als viele denken. Dafür wollen die regionalen Stromanbieter die Technik ihrer Elektroauto-Ladestellen so vereinheitlichen, dass alle mit dem künftigen Öko-Ticket als Zugangskarte funktionieren.

Bei den Preisen werde man sich daran orientieren, was im Carsharing- und Leihfahrradbereich allgemein üblich sei, sagte KVG-Vorstand Dr. Thorsten Ebert. Er habe keine Bedenken, dass das neue Angebot preislich nicht attraktiv genug gegenüber einer Anreise mit dem eigenen, mit herkömmlichem Sprit betriebenen Auto sein könnte: „Wir machen das nicht nur fürs gute Gewissen, sondern weil wir durchaus einen Markt sehen.“

Mit einer ständig wachsenden Besucherzahl und vielen Großereignissen im Terminkalender der nächsten Zeit sei Kassel ein ideales Testfeld für neue, umweltfreundlichere Mobilitätskonzepte, sagten Hessens Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann und Oberbürgermeister Bertram Hilgen.

Von Axel Schwarz

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