Noch fehlen 115 Hoteliers – In Kassel macht bislang nur das Schlosshotel mit

Die Gästekarte GrimmHeimat ist ein Ladenhüter

Auf der Suche nach interessierten Hoteliers: Mit einer Infoveranstaltung wollen (von links) Holger Schach (Geschäftsführer Regionalmanagement Nordhessen), Ute Schulte (Leitung Tourismus Regionalmanagement Nordhessen) und Ralf Trimborn (Projektbegleiter) vor allem die Gastgeberbetriebe zum Mitmachen bewegen. Foto: Archiv

Kassel. Eigentlich sollte die Gästekarte GrimmHeimat Nordhessen ein Renner werden. Doch bei den Kasseler Hoteliers findet sie keine Resonanz.

Die Gästekarte – als neues Marketing-Instrument erdacht vom Regionalmanagement Nordhessen – soll die KasselCard ablösen und mit Vergünstigungen für Besucher bis zu zehn Prozent mehr Urlauber in die Region locken. „Tatsächlich hat bis jetzt nur das Schlosshotel seine Beteiligung zugesagt“, sagt Ute Schulte, Leitung Tourismus beim Regionalmanagement Nordhessen. Mit anderen möglichen Partnern führe man derzeit noch Gespräche.

Dabei drängt die Zeit. Bis Ende April, spätestens aber bis zum 6. Mai, müssen die Beteiligungen feststehen. „Wir benötigen für den Raum Nordhessen 150 Hotels und 75 Freizeiteinrichtungen, damit das Projekt machbar ist“, sagt Geschäftsführer Holger Schach. Im Freizeitbereich hätten bereits über 50 Anbieter in Nordhessen ihre Teilnahme zugesagt, die Zahl bei den Gastgeberbetrieben stockt jedoch aktuell bei knapp über 30.

Das ist zu wenig, um die Gästekarte wirtschaftlich zu halten. Schach: „Wir zählen in Nordhessen pro Jahr 7,3 Mio. Übernachtungen. Davon müssen 800 000 Übernachtungen an die neue Gästekarte gebunden werden. Das ist nur mit 150 Hotels zu schaffen.“

Die Idee ist einfach: Übernachtungsgäste erhalten die Karte gegen einen Aufpreis von 2,90 Euro pro Übernachtung, Tagesgäste zahlen 19,90 Euro. Dafür können sie kostenlos den öffentlichen Nahverkehr nutzen sowie alle angeschlossenen Freizeiteinrichtungen (Museen, Bäder, Tierparks etc.). Der Hotelier führt die 2,90 Euro (19,90 Euro) in einen gemeinsamen Topf ab, aus dem dann die Werbung für die Karte und die Region finanziert werden. Auch die Freizeitanbieter erhalten hieraus einen Ausgleich für ihre kostenlosen Angebote.

„Insgesamt ist das Konzept sehr innovativ“, sagt Schach. Im Allgäu und Hochschwarzwald werde die Marketingstrategie bereits erfolgreich umgesetzt. Dort gab es nach Einführung der Karte einen Gästezuwachs von sieben Prozent. „Das Ziel ist, dass die Urlauber vor Ort statt für Eintritt mehr Geld für andere Sachen ausgeben und damit die Tourismusregion stärken.“

Dass das Konzept bei den Hoteliers in Kassel noch nicht die gewünschte Resonanz findet, wertet Schulte als „vorsichtiges Abwarten“. Dabei habe es schon im Vorfeld eine Machbarkeitsstudie gegeben, bei der auch die Motivation der Hoteliers abgefragt worden sei – „mit durchaus positiven Rückmeldungen“, sagt Schulte. Jetzt solle eine letzte „Motivationsveranstaltung“ am Montag, 16. April, in Kassel und Waldeck den erhofften Erfolg bringen.

„Bei den Freizeitanbietern haben wir schon große Namen mit im Boot: die Museumslandschaft Hessen Kassel, die Kurhessen-Therme, die Sababurg, den Freizeitpark Willingen und den NVV“. Nun setzt Schach darauf, dass diese Motivation auch auf die Hoteliers überspringt. Klar ist aber auch: „Wenn wir bis zum 6. Mai die 150 Hotels nicht zusammenhaben, wird die Gästekarte abgeblasen“, sagt Schulte. Das Projekt müsse von Anfang an wirtschaftlich sein, „Experimente machen wir nicht“.

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