Gespräche laufen noch

Galatasaray plant Fußballschule in Wattenscheid - Kassel auf der Kippe?

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Pläne für ein Fußballinternat: Das Vorhaben, das ehemalige Kinderkrankenhaus Park Schönfeld an der Frankfurter Straße in ein Fußballleistungszentrum umzubauen, ist noch in der Schwebe.

Kassel. Ein Bericht der türkischen Sportzeitung „Fanatik“ weckt Zweifel an den Plänen des türkischen Spitzenclubs Galatasaray Istanbul, in Kassel eine Talentschule für Nachwuchsfußballer zu eröffnen.

Die Zeitung schreibt, der Präsident von Galatasaray, Ünal Aysal, habe bereits den Vertrag für den Kauf von Wattenscheid 09 unterschrieben. Der nordrhein-westfälische Klub, der Weltstars wie Hamit Altintop ausgebildet hat, solle eine Schmiede für Talente werden. Aus Sicht des KSV Hessen Kassel und der Stadt ist das Vorhaben in Nordhessen damit aber noch nicht gescheitert.

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Bei einem Gespräch mit Vertretern des Istanbuler Spitzenvereins Ende 2013, an dem auch Oberbürgermeister Bertram Hilgen, Vertreter des Landes und Uni-Präsident Rolf-Dieter Postlep teilnahmen, war über die Einrichtung eines Nachwuchsleistungszentrums auf dem Gelände des ehemaligen Kinderkrankenhauses Park Schönfeld an der Frankfurter Straße geredet worden. Angedacht war für den Standort auch der Bau einer Sporthalle, die auch die MT Melsungen und die Uni nutzen können.

Stadtsprecher Ingo Happel-Emrich sagte, dass die Stadt keine Kenntnisse darüber habe, dass bereits eine Vorentscheidung gegen Kassel gefallen sei. Es deute nichts darauf hin, dass der Einstieg bei Wattenscheid der Ausschluss für die Zusammenarbeit mit dem KSV Hessen Kassel ist.

Befürwortet die Pläne für ein Fußballinternat in Kassel: Ömer Erdogan wurde in Kassel geboren, wo der Abwehrspieler seine Karriere beim KSV Hessen Kassel begann. Später spielte er auch bei Galatasaray. Seit 2013 arbeitet er als Trainer in der Türkei.

Der Vorsitzende der Löwen, Hans-Jochem Weikert, bestätigte dies: „Nein, es ist noch nichts entschieden. Wir haben zu diesem Thema einen Arbeitskreis gebildet, allerdings bis zum nächsten Treffen Stillschweigen vereinbart. Was ich sagen kann, ist, dass die Gespräche noch laufen.“ Anfang März soll es einen weiteren Termin geben, und dann könnte schon feststehen, ob das Projekt in die Tat umgesetzt wird oder nicht.

In diese Richtung äußert sich auch der stellvertretende Vorsitzende des KSV-Aufsichtsrates, Frank Greizer, der die Gespräche koordiniert: „Das, was in Wattenscheid passiert, hat mit dem Projekt in Kassel nichts zu tun. Über Details der Verhandlungen kann ich nichts sagen, allerdings sieht es recht positiv und vielversprechend aus. In Kürze werden wir uns noch mal zusammensetzen.“ Wattenscheid und Kassel sind im Übrigen nicht die ersten Standorte, die sich der türkische Klub für eine Fußballschule angeschaut hatte. Im vergangenen Jahr waren auch Wiesbaden und Hamburg im Gespräch, daraus wurde allerdings am Ende nichts.

Die Übernahme der SG Wattenscheid soll laut türkischer Presse Dr. Hasan Akgün, der Bürgermeister des Istanbuler Stadtteils Büyükçekmece, eingefädelt haben. Er soll die Vereinspräsidenten Ünal Aysal (Galatasaray) und Mano Oliveri (Wattenscheid) zusammengebracht haben. (tor/bal/tho)

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