1. Startseite
  2. Kassel

Galeria in Turbulenzen: Wie geht es weiter mit dem Kaufhaus in Kassel?

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Axel Schwarz

Kommentare

Einkaufsmagnet in erneuten Turbulenzen: Mit neuem Konzept war das Kasseler Galeria-Haus vor fast genau einem Jahr an den Start gegangen. Jetzt dämpfen schlechte Nachrichten aus dem Konzern die Aufbruchsstimmung.
Einkaufsmagnet in erneuten Turbulenzen: Mit neuem Konzept war das Galeria-Haus in Kassel vor fast genau einem Jahr an den Start gegangen. Jetzt dämpfen schlechte Nachrichten aus dem Konzern die Aufbruchsstimmung. © Axel Schwarz

Die Galeria-Zentrale hält sich inmitten der neuen Turbulenzen bedeckt, was die Zukunft der Filiale in Kassel betrifft. Experten sind aber optimistisch.

Kassel – Die neuerlichen Turbulenzen im Konzern Galeria Karstadt Kaufhof lassen selbst Optimisten um den traditionellen Kasseler Warenhausstandort bangen. Galeria hat abermals Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt, die Schließung von mindestens 40 der bundesweit 131 Kaufhäuser angekündigt und betriebsbedingte Kündigungen als unvermeidbar bezeichnet.

Erst vor einem Jahr war das Kasseler Haus nach aufwendigem Umbau als Musterstandort eines neuen Konzepts an den Start gegangen und hatte die Belegschaft um 50 auf 160 Mitarbeitende aufgestockt. Seither gehören auch Dienstleistungen der Stadt Kassel zum Serviceangebot bei Galeria. Für diese neuartige Kooperation hatte sich Oberbürgermeister Christian Geselle im Vorfeld sehr engagiert.

Das Modell sei deutschlandweit bisher einzigartig, sagte Geselle gegenüber der HNA. Da Galeria hier kürzlich massiv investiert habe, sei er „überzeugt, dass die Anstrengungen für den Einkaufsstandort Kassel nicht umsonst gewesen sind“. Die Entwicklung im Gesamtkonzern aber bereite ihm „etwas Sorge“, so der OB. Er wolle den Kontakt mit Filialleitung und Betriebsrat vor Ort suchen.

Galeria in Turbulenz: Schweigen aus Kassel

Gegenüber der HNA will sich im Kasseler Haus derzeit niemand zur Lage äußern. Auch der Betriebsrat lässt auf die Galeria-Zentrale in Essen verweisen. Von dort hieß es, über einzelne Standorte könne man momentan noch keine Aussagen treffen.

Kenner der Handelsszene gehen nicht davon aus, dass das nordhessische Galeria-Haus im Fokus einer bevorstehenden Schließungsrunde steht. Vorsitzender Alexander Wild von den City-Kaufleuten wies auf die Alleinstellung in Nordhessen und die Magnetfunktion für Kassels Innenstadt hin. Die jüngsten Investitionen seien auch ein Bekenntnis zum Standort.

Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi Hessen sind bisher erst sechs Galeria-Kaufhäuser nach dem neuen Konzept aufgefrischt worden. Wo dies passiert sei, laufe es weniger schlecht als anderswo. In Hessen gibt es derzeit noch elf Warenhausstandorte. Vier Häuser, darunter eines in Fulda, waren schon 2020 geschlossen worden, als sich der Konzern erstmals in ein Schutzschirm-Insolvenzverfahren begeben hatte.

Wie geht es weiter mit Galeria in Kassel? Experten sind optimistisch

Für Verdi-Sekretär Marcel Schäuble liegt es nahe, dass jetzt eher südhessische Städte mit Kaufhausschließungen rechnen müssen. Denn in Wiesbaden, Darmstadt und Frankfurt gibt es jeweils zwei Galeria-Filialen, die vor der Fusion entweder Kaufhof oder Karstadt hießen.

Bereits Anfang 2020 hatte der Galeria-Konzern im Rahmen einer Schutzschirm-Insolvenz 40 Standorte geschlossen und 4000 Stellen abgebaut. Im Februar 2021 sowie im Februar dieses Jahres erhielt Galeria dann staatliche Hilfen in Gesamthöhe von 680 Millionen Euro. Ein Großteil des Geldes wurde in Aufwertungs-Umbauten einzelner Warenhäuser gesteckt, zunächst an den Pilotstandorten Kassel, Frankfurt und Kleve. Bemühungen des Konzerns um weiteres Staatsgeld sind gescheitert. (Axel Schwarz)

Auch interessant

Kommentare