Dürre Bilanz - ein Kommentar zur gescheiterten Trinkraum-Suche

Kassel. Der erste Anlauf, einen Trinkraum für alkoholabhängige Menschen in Kassels Innenstadt einzurichten, ist am Dienstag gescheitert. Ein Kommentar von Uli Hagemeier.

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Seit einem Jahr hat Bürgermeister Jürgen Kaiser nach einem Trinkraum gesucht - was er am Dienstag als Ergebnis präsentierte, war peinlich. Der Eigentümer der Immobilie sagt, er habe von den Plänen der Stadt nichts gewusst. Dabei war der Trink-raum doch Kaisers zentrales Hilfsangebot für die Alkoholabhängigen gewesen. Doch nicht nur die Trinker brauchen Hilfe, sondern auch die Menschen, die unter der Szene leiden - im Moment sind das Schüler in der Nordstadt.

Offenbar braucht der Bürgermeister, Ordnungs- und Sportdezernent ebenfalls Hilfe. Er ist seit mehr als zwei Jahren im Amt, aber seine Arbeit ist in der Öffentlichkeit kaum wahrnehmbar. Gut, am Klinikum ist Ruhe eingekehrt, seit er dort Aufsichtsratschef ist, und es werden neue Blitzer in der Stadt gebaut. Aber sonst? Kaiser fragt die Bürger, was für eine Abfallsatzung sie sich wünschen und wie sie am liebsten Sport treiben. Ein Bürgermeister muss aber auch Antworten geben, nicht nur Fragen stellen.

Es bleibt der Eindruck, den Kaiser in der Debatte um den Bau der Videowand im Auestadion vermittelte: Er kann wortreich erklären, warum etwas aus formalen Gründen nicht machbar ist. Besser ist es, Dinge machbar zu machen.

Von Uli Hagemeier (hai@hna.de)

Video: Raum für Trinkerszene in Kassel: Ungereimtheiten um geplantes Gebäude

Rubriklistenbild: © HNA

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