Kassel sagt Ciao: Toni Nadalet schließt Marco’s Bar in der Königsgalerie

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Insider-Scherz: „Ciao Sausacko“ lautete das Abschiedsmotto für Toni Nadalet (2. von links), das Andreas Feischen, Michael Heppe und Clemens Kamphausen (von links) auf Poloshirts verewigt hatten. Nicht nur die Drei von der Agentur Machbar werden Marco’s Bar als ihr zweites Wohnzimmer schmerzlich vermissen.

Ab dem heutigen Freitag wird in der Stadt neuer Legendenstoff gesponnen: Marco’s Bar in der Königsgalerie ist fortan Geschichte, die wohl noch jahrzentelang in wehmütigen Thekengesprächen erzählt werden wird.

Im Untergeschoss der Königsgalerie ging am Donnerstagabend kein Stein mehr zu Boden: Toni Nadalet feierte dort mit Freunden und Weggefährten – also praktisch mit der halben Stadt – seinen letzten Abend rund um den runden Tresen, der 15 Jahre lang Kasselern aller Altersgruppen und gesellschaftlichen Ecken als zweites Wohnzimmer diente. So zwanglos und menschenverbindend, so inspirierend und ein wenig mondän war es zuvor allenfalls in Städten wie Köln oder München zugegangen, bis Toni vor gut 15 Jahren aus seinem Da Bruno in den Einkaufstempel am Friedrichsplatz wechselte.

Tapfer wurde am Donnerstag dagegen angefeiert, dass sich Innenstadt-Flaneure künftig ein wenig heimatlos fühlen werden. Kassel ohne Marco’s Bar – „unvorstellbar“, meint nicht nur Versicherungsmann Lutz Vey, einer der vielen, die Nadalets 45-jähriges Wirken seit Anbeginn freundschaftlich begleitet haben.

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Zu italienisch-schmelzender Sangeskunst von Enzo de Franco wurde das Spekulationsthema Nummer eins erörtert: An welchem Ort wird Toni wohl sein angekündigtes neues Lokal aufmachen, für das er sich eine richtige Küche und einen freien Blick aufs Stadtleben draußen wünscht? Die Spur, die hinter die Komödie führte, scheint jedenfalls nicht mehr ganz so warm zu sein. In alles Rätseln mischten sich ernste und besorgte Töne. Denn Freunde wissen, dass sich Toni dringend um seine Gesundheit kümmern muss, bevor es gastronomisch weitergehen kann. Er selbst will sich erst mal eine zweimonatige Auszeit verordnen. „Länger kann ich die Kasseler nicht warten lassen“, erklärte er mit Toni-typischer Quirligkeit.

In einem Ständchen brachte Rock-Urgestein Ray Binder auf den Punkt, was die Feierrunde bewegte: „Bleib uns lange noch erhalten, denn wir haben dich, verdammt noch mal, so gern."

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