Zwei Kasseler Entwürfe für neuen MHK-Betriebshof ausgezeichnet - Umsetzung bis 2015

Garten-Bau für Bergpark

Erster Platz: Architekt Prof. Claus Anderhalten (links) erläutert MHK-Direktor Prof. Bernd Küster und Ministerin Eva Kühne-Hörmann seinen preisgekrönten Entwurf für den Gartenbetriebshof an der Ochsenallee. Foto: Koch

Kassel. Ein Gebäude für Rasenmäher, Gartenbaugeräte und Werkstätten ist eigentlich kein Prestigeobjekt. Wenn es allerdings im Bergpark Wilhelmshöhe liegt, der sich zum Weltkulturerbe aufschwingen will, ist das offenbar etwas anderes. 90 Architekturbüros hatten sich für den Wettbewerb für den Neubau des Gartenbetriebshofs der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK) beworben. 24 kamen in die engere Wahl, gestern wurden die beiden Siegerentwürfe vorgestellt. Das Gebäude soll bis 2015 am Parkplatz Ochsenallee gebaut sein.

Den ersten Preis, dotiert mit 15 000 Euro, erhält das Büro Anderhalten Architekten aus Berlin. Claus Anderhalten ist mit den Kasseler Örtlichkeiten vertraut: Er hat eine Professur für Architektur an der Universität Kassel. Der Siegerentwurf sieht einen dunklen Holzbau auf einem Stahlbetonsockel vor. Das Zentrum der Anlage bildet ein Wirtschaftshof, der sich zur Ochsenallee öffnet.

Der zweite Preis (10 000 Euro) geht an das Kasseler Büro Atelier 30. Die Architekten um Thomas Fischer und Ole Creutzig haben die große Fahrzeughalle unter die Erde verlegt, sodass der mit zwei Holzhäusern ins Auge fallende Komplex weniger massiv wirkt.

4,9 Millionen Euro

Für den Bau des Gartenbetriebshofs sind 4,9 Millionen Euro vorgesehen. Welcher der beiden preisgekrönten Entwürfe tatsächlich umgesetzt wird, soll in weiteren Verhandlungen entschieden werden. Baubeginn ist für Herbst 2013 angestrebt. Bislang ist der Gartenbetriebshof am historischen Marstall auf dem Schloss-Plateau untergebracht. Die dortigen Gegebenheiten entsprächen den modernen Anforderungen nicht mehr, sagte MHK-Direktor Prof. Bernd Küster. Der Einsatz schwerer Maschinen schade den denkmalgeschützten Gebäuden, und ein Umbau am derzeitigen Standort hätte Eingriffe in die historische Bausubstanz bedeutet.

Deshalb soll der Neubau entlang der Ochsenallee am Besucherparkplatz entstehen, in der Pufferzone des beantragten Welterbe-Gebiets. Parkplätze werden durch das neue Gebäude nicht wegfallen.

Wegen seiner wichtigen Bedeutung für die Pflege des Bergparks müsse sich das Bauwerk des Gartenbetriebshofs einerseits nicht verstecken, sagte Eva Kühne-Hörmann, Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst. Andererseits dürfe es nicht zu auffällig daherkommen, um die Welterbe-Bewerbung nicht zu gefährden.

Diese „Quadratur des Kreises“ sei beiden Siegerentwürfen gelungen, lobte Prof. Gerd Weiß, Welterbe-Beauftragter des Landes. Sie gingen sehr sensibel mit dem Standort am Rande des Bergparks um. Zugleich stehe die Funktionalität des Gebäudes im Vordergrund. Schließlich ist das neue Gebäude kein Museum, sondern soll den MHK-Mitarbeitern, die den Bergpark in Schuss halten, gute Arbeitsbedingungen bieten. Neben Büros, Sozialräumen, Werkstätten und einer Fahrzeughalle beherbergt es auch eine Tankstelle.

Alle 24 Entwürfe sind von Samstag, 17. März, bis 1. April im Museum Schloss Wilhelmshöhe zu sehen. Weitere Informationen gibt es unter http://regiowiki.hna.de/Bergpark

Von Katja Rudolph

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