Richtig wässern und düngen

Rasen ist in Not: Mit diesen Tipps wird das braune Gras wieder grün

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Mit der Gießkanne konnten Gartenliebhaber wie Mariel Blieffert ihren Rasen während der wochenlangen Dürre kaum vorm Vertrocknen bewahren.

Kassel. Der Supersommer mit seinen raren Regenfällen und der wochenlangen Hitze hat vielen Rasenflächen schlimm zugesetzt. Wir geben Tipps, wie das Braun wieder zum Grün wird.

Artikel aktualisiert am 23. August 2018 um 12 Uhr - Statt sanftem Landregen gab es nur vereinzelt Gewittergüsse, die für den Rasen kaum Erholung brachten. Nun dominiert Stroh auf braunen Flächen, tote Halme knistern unter den Füßen, das Wachstum ist eingestellt. Keine Panik, der Rasen ist meistens nur in einen Dornröschenschlaf gefallen.

Nicht umsonst gehören die Gräser auf unserem Planeten von der Tundra bis zu den Tropen zu den Überlebenskünstlern. Deshalb macht es ihnen auch wenig aus, wenn sie gemäht, überschwemmt, von Fußballstollen malträtiert, von Tieren gefressen, angepinkelt oder sogar abgebrannt werden. Dank tiefer Wurzeln regenerieren sich die Triebe auf wundersame Weise fast immer wieder neu. Auch wenn der fehlende Regen wie in diesem Hochsommer ganze Arbeit geleistet hat.

Hans-Jürgen Borneis von der Gartenakademie Kassel.

Bei großer Sommerhitze verdunstet eine Rasenfläche etwa 40 Liter Wasser pro Quadratmeter und Woche, manchmal sogar noch mehr, erklärt Rasenexperte Hans-Jürgen Borneis von der Gartenakademie Kassel. Wolle man den Rasen grün erhalten, müsste man zweimal 20 Liter Wasser pro Woche geben. Nur dann sei sichergestellt, dass die Graswurzeln in 15 Zentimeter Tiefe genügend Wasser erhalten. Pro Stunde sollten aber nur maximal fünf Liter Wasser „regnen“, damit es möglichst vollständig versickern kann. Der Sprenger muss also etwa vier Stunden laufen. Kein Wunder, dass da viele Gartenbesitzer vor der Hitze kapituliert haben.

Es knistert traurig unter den Füßen: Die wochenlange Dürre in diesem Supersommer hat viele Rasenflächen in Strohwüsten verwandelt – nur vereinzelt tragen noch robuste Unkräuter die Farbe grün.

Die gute Nachricht: Wenn der Rasen tatsächlich bis in 15 Zentimeter Tiefe gewurzelt ist, sollte ihm auch eine mehrwöchige Dürre nichts ausmachen. Liegen die Wurzeln aber nur recht flach im Erdreich, weil zwar täglich, aber nur mit kleinen Wassermengen beregnet wurde, können die Gräser im schlimmsten Fall auch absterben.

Tipps: So wird der Rasen gerettet

Erst nach den ersten größeren Regenfällen wird sich zeigen, wie gut der Rasen die Dürre überstanden hat. Hier die wichtigsten Tipps für vertrockneten Rasen in der Übersicht:

  • Man sollte den Rasen nach der Dürre nicht ganz so kurz schneiden wie üblich (auch vor einer möglichen Dürreperiode ist das sinnvoll). 
  • Wichtig ist es, dass die Rasennarbe vor dem Winter wieder dicht ist. Wo sich trotz ausreichender Niederschläge Ausfallstellen zeigen, wird eine Nachsaat erforderlich. 
  • Geeignet für die Nachsaat sind hier Saatgutmischungen für sogenannten Gebrauchsrasen oder Spielrasen (für die stärkere Beanspruchung).
  • Haben sich im Rasen während der Dürre Unkräuter ausgebreitet, sollten diese möglichst bald entfernt oder bekämpft werden. 
  • Wenn der Rasen wieder normal wächst, kann man ihn wieder in den üblichen Abständen mähen und zeitnah düngen. 
  • Die Dosierungsempfehlung sollte man beim Düngen ganz genau beachten, da ein Zuviel an Stickstoff die Halme weich und damit anfälliger für diverse Krankheiten macht. 
  • Ab September sollten nur noch kaliumbetonte Herbstdünger zum Einsatz kommen, die den Rasen letztlich winterhärter machen.

Bermudagras: Option für den Klimawandel?

Unser Rasen besteht aus unzähligen Einzelgräsern aus der Familie der Süßgräser (etwa Rohrschwingel, Deutsches Weidelgras, Wiesenrispe und Flechtstraußgras) und wächst am besten bei gemäßigtem Klima. Als besonders hitzefest gilt das tropische Bermudagras (Hundszahngras), sagt Prof. Martin Bocksch von der Deutschen Rasengesellschaft. 

Es hat schon zur Römerzeit über Rhein und Donau den Weg nach Deutschland gefunden und ist heute vor allem im Rheingau präsent. Bermudagras bildet Wurzeln bis in eine Tiefe von zwei Metern und liebt trockene und warme Standorte. Es überdauert die kalte Jahreszeit als Wurzelrhizom. Die Pflanzen bilden dann oberirdisch eine kahle, braune Fläche.

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