1. Startseite
  2. Kassel

Städtische Werke: Monatliche Abschläge sinken trotz gekippter Gasumlage nicht

Erstellt:

Von: Bastian Ludwig

Kommentare

Trotz der gekippten Gasumlage und der Senkung der Mehrwertsteuer auf Gas bleiben die Abschläge für Kunden der Städtischen Werke in Kassel vorerst gleich.

Kassel - Die von der Bundesregierung gestoppte Einführung der Gasumlage sowie die reduzierte Mehrwertsteuer von sieben Prozent auf Gas und Fernwärme sollen sich bei den Kunden der Städtischen Werke erst mal nicht in niedrigeren monatlichen Abschläge niederschlagen. Dies teilte der Versorger gestern auf HNA-Anfrage mit

In die jüngste Preisbildung für Gas – die für die Festsetzung der Abschläge maßgeblich war – seien sowohl die Gasumlage von 2,4 Cent pro Kilowattstunde eingeflossen wie auch der normale Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent. Bei der jeweiligen Jahresabrechnung werde selbstverständlich nur der reduzierte Mehrwertsteuersatz angesetzt und auch die Gasumlage werde nicht angesetzt. „Unseren Kunden geht also kein Geld verloren“, so eine Sprecherin. Zu viel entrichtete Abschläge würden im Zuge der Abrechnung – nach der nächsten turnusgemäßen Ablesung des Verbrauchs – umgehend zurückerstattet. Sollte es bei der Abrechnung zu höheren Rück- oder Nachzahlungen kommen, werde der künftige Abschlag nach anerkannten Verfahren neu ermittelt.

Städtische Werke in Kassel: Gaspreise bleiben voraussichtlich auf aktuellem Niveau

Zu beachten sei, dass es neben der nun gestoppten Gasumlage weitere neue Umlagen und Entgelte gebe, die in der angekündigten Höhe bestehen blieben. Dazu zähle etwa die Gasspeicherumlage. Diese Entgelte und Umlagen hätten im Vergleich zur Gasumlage zwar keinen so maßgeblichen Anteil an der Höhe der Abschläge, aber sie müssten dennoch eingepreist werden. Darüber hinaus seien die Gaspreise seit Sommer gestiegen und würden voraussichtlich auf dem derzeitigen Niveau bleiben, so die Sprecherin weiter. Auch seien die gesetzlichen Regelungen zur Ausgestaltung der sogenannten Gaspreisbremse noch nicht abschließend von der Bundesregierung getroffen.

Sobald genaue Kenntnis darüber vorliegt, welche Umlagen und Vorgaben einer Gaspreisbremse für die Preisbildung maßgeblich sind, wollen die Städtischen Werke auf ihrer Internetseite darüber informieren.

Familien werden durch die Senkung der Mehrwertsteuer auf Gas finanziell entlastet. (Symbolfoto)
Familien werden durch die Senkung der Mehrwertsteuer auf Gas finanziell entlastet. Bei den Städtischen Werken sollen die Abschläge aber dennoch erstmal nicht sinken. Erst bei der ersten Abrechnung wird sich die Senkung bemerkbar machen. © Ute Grabowsky/photothek.de/Imago

Kassel: Diese Umlagen kommen ab 1. Oktober

Wegen der Gasumlage hatten die Städtischen Werke ihre Kunden aufgefordert, Ende September ihre Gaszählerstände zu übermitteln. Dies sollen sie nun auch weiterhin tun. Denn zum 1. Oktober gebe es Änderungen bei der Preisgestaltung, weil einige Umlagen eben doch bestehen blieben und die Mehrwertsteuer sinke. „Daher macht es trotzdem Sinn, für einen transparenten Überblick, den Zählerstand abzulesen und zu übermitteln.“

Neben der gekippten Gasumlage sind drei weitere Umlagen geplant: Gasspeicherumlage, Bilanzierungsumlage und Konvertierungsumlage. Diese fallen aber viel niedriger aus. Die Gasspeicherumlage liegt bei 0,059 Cent pro Kilowattstunde (kWh). Die Bilanzierungsumlage soll 0,57 Cent pro kWh betragen und die Konvertierungsumlage 0,038 Cent pro kWh. Bei einem Vier-Personen-Haushalt (20 000 kWh) machen alle Umlagen zusammen gut zehn Euro pro Monat aus. (Bastian Ludwig)

Auch interessant

Kommentare