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Gas reicht für Heizperiode: Laut Städtischen Werken ist die Versorgung trotz des Krieges vorerst sicher

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Von: Florian Hagemann, Bastian Ludwig

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Es gilt, gut zu haushalten: Gas ist derzeit nicht im Überfluss vorhanden.
Es gilt, gut zu haushalten: Gas ist derzeit nicht im Überfluss vorhanden. © Franziska Gabbert/dpa

Der Krieg in der Ukraine stellt die Städtischen Werke in Kassel vor große Herausforderungen. Nach Auskunft des Energieversorgers ist die Gasversorgung für die aktuelle Heizperiode gesichert.

Kassel – Wie sich die Situation aber ab Herbst darstellt, ist noch unklar. „Wir haben auch für das nächste Jahr ausreichend Gas bei Großhändlern geordert. Ob es angesichts des Krieges auch geliefert wird, da sind unsere Einflussmöglichkeiten begrenzt“, sagte ein Unternehmenssprecher. „Wir sind aber optimistisch, dass sich die Lieferanten an ihre Lieferzusagen halten.“

Gut 50 Prozent des deutschen Gasmixes, den auch die Städtischen Werke zukaufen, stammen aus Russland. Man wolle sich bei den Lieferketten möglichst breit aufstellen, um auch ausreichend Gas zu erhalten. In jedem Fall werde die geopolitische Lage Auswirkungen auf die künftigen Preise haben. Darauf sollten sich Verbraucher einstellen. „Wer einen gültigen Vertrag mit uns hat, muss während der Laufzeit aber nicht mit großen Preissprüngen rechnen“, so der Sprecher. Kleinere Anpassungen seien aber möglich.

Für etwas Entspannung bei der Versorgung sorgt das 179 Kilometer lange Kasseler Fernwärmenetz, das noch weiter ausgebaut werden soll. Gut ein Drittel des Wärmebedarfs in Kassel entsteht in den Kasseler Kraftwerken durch die Verbrennung von Müll, Altholz, Klärschlamm und Kohle. Die so entstehende thermische Energie gelangt in Privathaushalte und Firmen. Wer mit Fernwärme versorgt werde, könne gelassen auf die aktuelle Situation schauen, heißt es.

Im Vergleich zum Gas, mit dem 63 Prozent des stadtweiten Wärmebedarfs erzeugt werden, spielt die Fernwärme aber noch eine untergeordnete Rolle. Ölheizungen erzeugen in Kassel sogar nur acht Prozent der benötigten Wärme. Die Krise birgt laut Städtischen Werken aber auch eine Chance. So könnte die aktuelle Lage dem Ausbau auch aller anderen regenerativen Energien wie Fotovoltaik und Windkraft einen Anschub geben. Mit dem geplanten Windkraftausbau im Reinhardswald, an dem auch die Städtischen Werke beteiligt sind, könnten 100 000 Haushalte versorgt werden, wie es heißt. Der erzeugte Strom könne etwa für Wärmepumpen genutzt werden.

Verbraucher hätten aber auch Möglichkeiten, selbst Einfluss zu nehmen: über eine Reduzierung des Energieverbrauchs. „Wer die Raumtemperatur um ein Grad absenkt, kann sechs Prozent Energie sparen“, so der Sprecher.

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