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Neue Gascade-Zentrale soll 2025 neben dem Hauptbahnhof eröffnen

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Von: Bastian Ludwig

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So soll sie aussehen: Die neue Gascade-Zentrale wird auf dem ehemaligen Gelände des Güterbahnhofs in direkter Nachbarschaft zum Fraunhofer-Institut gebaut.
So soll sie aussehen: Die neue Gascade-Zentrale wird auf dem ehemaligen Gelände des Güterbahnhofs in direkter Nachbarschaft zum Fraunhofer-Institut gebaut. Illustration: Murphy and Partners aus Hamburg © Illustration: Störmer Murphy and Partners

Der Kasseler Ferngasnetzbetreiber Gascade verfolgt trotz des Ukraine-Krieges und der damit verbundenen Energiekrise seine ehrgeizigen Neubaupläne. Wie das Unternehmen mitteilt, soll die neue Firmenzentrale, die in direkter Nachbarschaft zum Fraunhofer-Neubau am Hauptbahnhof entsteht, Ende 2025 bezogen werden.

Kassel - Das dreiflügelige Gebäude soll vor allem durch Erdwärme und Sonnenenergie versorgt werden und 360 Mitarbeitern Platz bieten. Anfang 2023 soll nach Auskunft einer Firmensprecherin der Bauantrag gestellt werden. Für Ende des Jahres ist dann der Baubeginn auf dem 16 560 Quadratmeter großem Areal – das entspricht etwa zweieinhalb Fußballfeldern – geplant.

In den vergangenen Monaten sind bereits die entsprechenden Planungen und Vorarbeiten gelaufen. Als Ergebnis eines Architekturwettbewerbs wurde Anfang 2022 das Architekturbüro Störmer, Murphy and Partners aus Hamburg als Generalplaner beauftragt, um zusammen mit einem Team von Fachplanern den ausgewählten Siegerentwurf planerisch umzusetzen.

Weil sich die Baufläche auf dem Areal des früheren Güterbahnhofes befindet, der im Zweiten Weltkrieg Ziel von Bombern war, mussten zunächst Untersuchungen des Bodens stattfinden. Bei der im vergangenen Sommer erfolgten Kampfmittelsondierung sei aber vor allem „reichlich Schrott aus dem letzten Jahrhundert“ zutage gefördert worden, so die Gascade-Sprecherin. Spektakuläre Bombenfunde habe es zum Glück nicht gegeben. Die neue Firmenzentrale wird aus drei Gebäudeflügeln bestehen und soll nach Firmenangaben neben 360 Arbeitsplätzen viel Raum für persönliche Kommunikation und kreatives Arbeiten bieten.

„Für die Haustechnik setzt Gascade ganz auf nachhaltige Energieträger ohne Nutzung fossiler Brennstoffe“, so die Sprecherin. Eine Besonderheit des Gebäudes ist die Fassadengestaltung. Gespeist durch Sonnenlicht wird eine Photovoltaik-Vorhangfassade zu einer stromgewinnenden Gebäudehülle.

Grafik Gascade-Zentrale
Hier soll der Neubau entstehen: Direkt neben dem Neubau von Fraunhofer entsteht die Gascade-Zentrale © HNA

Die geplanten Photovoltaik-Module auf dem Dach und der Fassade sollen in der Lage sein, fast die Hälfte des geschätzten jährlichen Stromverbrauchs des Gebäudes zu decken.

Für Heizung und Kühlung sind zudem Sole-Wasser-Wärmepumpen vorgesehen, die das Erdreich als primäre Energiequelle nutzen. Dies geschehe mit 70 Erdwärmesonden, die in eine Tiefe von bis zu 99 Metern gebracht würden, so die Sprecherin. Mithilfe einer zirkulierenden Wärmeträgerflüssigkeit könne dem Erdreich Wärme entzogen oder zugeführt werden. Ab einer Tiefe von etwa zehn Metern betrage die mittlere Temperatur im Erdreich elf Grad und bleibe über das Jahr praktisch unverändert.

Ergänzend sollen in dem Neubau eine moderne Regelungstechnik sowie Abwärmenutzung und Wärmerückgewinnungsanlagen zur Senkung der Betriebskosten und des CO2-Ausstoßes beitragen.

Gascade hatte im Dezember 2021 das brachliegende Areal des ehemaligen Güterbahnhofs an den Straßen Joseph-Beuys und Clara-Immerwahr von der Stadt erworben. Das Unternehmen will eine neue Zentrale bauen, weil der bisherige Standort an der Kölnischen Straße zu klein geworden ist. Gascade ist dort Mieter von Büroflächen beim Versicherer im Raum der Kirchen (früher Bruderhilfe) und hat zudem weitere kleinere Standorte im Stadtgebiet. Alle Mitarbeiter sollen Ende 2025 in der Zentrale vereint werden. Zu den Investitionskosten äußert sich Gascade nicht. (Bastian Ludwig)

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