Fragen und Antworten Ungefähr 110 Euro Mehrkosten pro Jahr – Heizöl bereits seit Januar teurer

Gaspreis in Kassel steigt am 1. Februar wegen CO2-Steuer

CO2-Abgabe erhöht Gaspreis: Städtische Werke geben Steuer ab 1. Februar an ihre Kunden weiter.
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 CO2-Abgabe erhöht Gaspreis: Städtische Werke geben Steuer ab 1. Februar an ihre Kunden weiter.

Die Städtischen Werke erhöhen zum 1. Februar den Gaspreis. Dies hängt mit der neuen CO2-Steuer zusammen. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Kassel ‒ Gemeinsam mit Experten von den Städtischen Werken und dem Heizölhandel Beck aus Kassel haben wir folgende Fragen beantwortet:

Wird mit der Gaspreiserhöhung nur die neue CO2-Steuer an die Kunden weitergegeben?

Ja. Der CO2-Preis ist eine vom Gesetzgeber durch das Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG) festgelegte Preiskomponente, auf die die Städtischen Werke keinen Einfluss haben. „Durch sie sollen Energiepreise verteuert werden, um für Verbraucher Anreize zu schaffen, die Nutzung von Erdgas oder Benzin zu begrenzen“, so ein Sprecher der Städtischen Werke. Dies gelte unabhängig davon, ob das Erdgas wie im Fall der Städtischen Werke bereits CO2-neutral gestellt ist.

Welche Mehrkosten kommen auf einen 4-Personen-Haushalt zu?

Der Arbeitspreis erhöht sich pro Kilowattstunde um gut einen halben Cent. Bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 20 000 Kilowattstunden Erdgas ist mit 110 Euro Mehrkosten pro Jahr zu rechnen.

Es gab bereits vor einem Jahr eine Gaspreiserhöhung. Womit hing diese zusammen?

Mit dieser seien lediglich „die höheren Beschaffungskosten an den Energiemärkten“ an die Kunden weitergegeben worden, so die Städtischen Werke. Im Zuge der Corona-Pandemie seien die Marktpreise zwar wieder gesunken, doch im Winter seien die Börsennotierungen bereits wieder nach oben gegangen. Eine verlässliche Prognose sei schwer zu treffen. Dies hänge auch davon ab, wie lange und kalt der Winter ist.

Die CO2-Steuer wird kontinuierlich erhöht. Wann kommt die nächste Erhöhung, die sich im Gaspreis niederschlägt?

Der CO2-Preis wird pro emittierte Tonne des Klimagases fällig. 2021 liegt er bei 25 Euro je Tonne und steigt jährlich zum Jahresbeginn bis 2025 auf 55 Euro.

Wie hat sich die Steuer auf das Heizöl ausgewirkt.

Die Heizölpreise wurden bereits zum 1. Januar angehoben. Inklusive Mehrwertsteuer sind wegen der CO2-Abgabe knapp acht Cent mehr pro Liter fällig. Bei einer durchschnittlichen Tankfüllung von 2000 Litern macht das im Jahr gut 150 Euro an Mehrkosten. „Die meisten Kunden haben sich aber bereits im ersten Lockdown bevorratet“, sagt Dirk Lassen-Beck, Geschäftsführer vom Kasseler Energiehändler Albert Beck. Damit hätten sie auch davon profitiert, dass ein niedriger Mehrwertsteuersatz galt. Aktuell gebe es für den Heizölhandel wegen der Vorräte weniger zu tun.

Macht sich die CO2-Steuer beim Heizöl also stärker bemerkbar?

Die Steuer wird auf alle fossilen Brennstoff erhoben. Da durch die Nutzung von Heizöl im Vergleich zu Erdgas mehr CO2 emittiert wird, fällt der CO2-Preis beim Heizöl etwas stärker ins Gewicht.

Welche Angebotsalternativen bieten die Städtischen Werke ihren Kunden, um beim Gas zu sparen?

„Wir empfehlen unseren Kunden grundsätzlich, aus der Grundversorgung in einen Sondervertrag zu wechseln. Bei Erdgas lohnt der Wechsel in einen Sondertarif schon ab einem Verbrauch von 5400 Kilowattstunden im Jahr.“ Bei einem Verbrauch von jährlich 20.000 Kilowattstunden spare der Verbraucher im Tarif „Sicher Gas online“ etwa 160 Euro pro Jahr.

Wirkt sich die Steuer auf den Strompreis aus?

„Die Strompreise der Städtischen Werke bleiben stabil“, so der Sprecher. (Bastian Ludwig)

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