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Wie Versorger mit Umlagen umgehen: Gaspreise bereiten Sorge

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Von: Florian Hagemann

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Wird Gas bald noch teurer?
Wird Gas bald noch teurer? © Stefan Sauer/dpa

Die Städtischen Werke Kassel haben nun angekündigt, die Gasumlagen eins zu eins an die Kunden weiterzugeben. Sie rufen zum Sparen auf: Energie und Geld. Bauchschmerzen bereiten auch die Geschäftskunden.

Kassel – Einzelheiten zu den Gasumlagen sind seit vergangener Woche bekannt. Nun stellt sich die Frage, wie die Versorger damit umgehen. Die Städtischen Werke in Kassel haben jetzt angekündigt, die Gasbeschaffungsumlage und weitere kleinere Umlagen wie die Gasspeicherumlage ab Herbst eins zu eins an ihre 40 000 Gaskunden weitergeben und entsprechend ausweisen zu wollen. Das machte der für den Betrieb zuständige Bereichsleiter Alexander Krause deutlich. Die Umlagen kämen somit zu dem vertraglich vereinbarten Preis hinzu.

Die EAM prüft derzeit, welche Auswirkungen sich für die Endkunden ergeben, wie Sprecher Steffen Schulze erklärte. Die EAM hat 15 000 Gaskunden – viele davon im Kreis Kassel. Auch Eon erkundet laut Sprecher noch die Details der Weitergabe.

Für den Haushalt einer Familie bedeutet das Zahlen der Gasumlagen laut Alexander Krause je nach Sparsamkeit Mehrkosten von 500 Euro bis 750 Euro brutto im Jahr – bei einem Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent. Wird die Mehrwertsteuer auf Gas wie angekündigt auf sieben Prozent reduziert, verringert sich der Betrag.

Krause appelliert an die Verbraucher, Geld zurückzuhalten und Energie zu sparen, um die zusätzlichen Belastungen stemmen zu können. Die Sorge ist groß, dass die Entwicklung ansonsten Kunden in die Privatinsolvenz treibt – wenn es nicht genügend Entlastungen gibt.

Damit aber nicht genug: Bauchschmerzen bereitet Krause auch die Situation bei den Geschäftskunden. Viele Unternehmen, die Kunden der Werke sind, hätten für 2023 noch keinen Vertrag über Gas abgeschlossen. Das beträfe 150 bis 200 Firmen aus allen Branchen, die sich in der Regel immer nur bis maximal drei Jahre im Voraus vertraglich binden.

Manche scheinen aus Verunsicherung noch abzuwarten. Davor warnt Krause aber: Er geht davon aus, dass die Gaspreise weiter steigen und eine Gasknappheit dazu führen könnte, dass manche Kunden, die bisher ohne Vertrag dastehen, gar nicht mehr beliefert werden könnten. Das wiederum könnte fatale Folgen haben für die Betriebe, aber auch für deren Kunden, die entweder keine Waren mehr bekämen oder die Waren zu erheblich teureren Preise erwerben müssten.

Steffen Schulze von der EAM betont den regelmäßigen Kontakt mit den größeren Gewerbekunden. Und: Es könne nicht vorausgesagt werden, wie sich die Marktpreise entwickeln. (Florian Hagemann)

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