Die Ausstellungsmacher der Grimmwelt versprechen: Das wird ein Museum für wirklich alle Besucher

Zu Gast bei den sieben Zwergen

Blick in die neue Grimmwelt: Klassische museale Präsentation und interaktive, spielerische Stationen sollen sich abwechseln. Foto: Holzer Kobler Architekten/nh

Kassel. Jawort, Quitte, XY ungelöst – 26 Stichworte stehen in der neuen Grimmwelt auf dem Weinberg für die Themen der Ausstellung. Von A bis Z, von Ärschlein bis Zettel, sollen sie das vielfältige Wirken der Märchensammler und Sprachforscher beispielhaft abbilden. Und das in drei Feldern: „Sprache und Wortarbeit“, „Märchen, Sagen und ihre Imagination“ sowie „Biografie.

Den Sachstand stellten Projektleiterin Susanne Völker, Ausstellungsplanerin Annemarie Hürlimann und Simone Haar (Holzer Kobler Architekturen Zürich/Berlin) im städtischen Kulturausschuss vor.

Eine Verzögerung der Vorbereitungen gibt es angesichts des milden Winters nicht. Richtfest soll am Mittwoch, 18. Juni, 15 Uhr, gefeiert werden.

„Wir sind uns bewusst, dass man nicht das ganze Museum in einem Rundgang erfassen kann“, sagte Hürlimann. Auch beim Kurzbesuch solle aber nicht das Gefühl bleiben, etwas zu verpassen. Deshalb werde jede der 26 Stationen für sich funktionieren. Die Medien sollen abwechslungsreich sein - die museale Präsentation von Originalen mit dem Höhepunkt und Kern der Handexemplare der Kinder- und Hausmärchen wechselt sich ab mit interaktiven Stationen, bei denen Kinder in Märchenszenerien eintauchen: Indem sie sich an den Tisch der sieben Zwerge beamen, in einem riesigen, zwölfteiligen Diorama („ein Wimmelbild“) den Blick schweifen lassen oder über einer Dornenhecke balancieren.

Die vollständig barrierefreie Grimmwelt mit ihrem faszinierenden Ausblick solle wirklich jeden Besucher ansprechen - egal, aus welcher Generation, mit welchem Vorwissen, welchem Handicap oder mit welcher Herkunft er kommt. Deshalb wird es etwa mehrsprachige Audioguides geben.

Wichtigste Zielgruppe sind aber Familien, die das Museum mit seinen grafischen und audiovisuellen Spielereien gemeinsam entdecken und erleben sollen. Die Erwachsenen vielleicht eher das Grimm’sche Netzwerk von 1400 Briefpartnern und ihre gigantischen Zettelkästen oder die auf Teller gedruckten Rezepte von Dorothea Grimm, während es Kindern Spaß macht, ergänzend zu den Schimpfwörtern der Grimms („Dreckbatze, Grützbüttel“) eigene Kreationen zu entwerfen und laut zu rufen. Sprache und Texte spielen überhaupt eine große Rolle.

Die 26 Module können Buchstabe für Buchstabe ausgetauscht werden, ohne dass jedes Mal die gesamte Ausstellung geschlossen werden muss: „So soll die Grimmwelt lebendig bleiben“, sagte Hürlimann.

Ein strikter Parcours wird nicht vorgegeben, aber anhand einer Art „Fahrplan“ als Orientierungshilfe wird eine subtile, sinnvolle Wegführung vorgeschlagen.   DAS SAGEN ...

Von Mark-Christian von Busse

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