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Im Habichtswald: Alpenverein will Neubau am Gasthaus „Zum Silbersee“

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Von: Bastian Ludwig

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Vor dem Gasthaus „Zum Silbersee“: Manfred Hesse (von links) und Horst Umbach vom Vorstand des Alpenvereins mit Matthias Schnücker von Hessen-Forst. Das Gasthaus ist seit mehr als zwei Jahren geschlossen.
Vor dem Gasthaus „Zum Silbersee“: Manfred Hesse (von links) und Horst Umbach vom Vorstand des Alpenvereins mit Matthias Schnücker von Hessen-Forst. Das Gasthaus ist seit mehr als zwei Jahren geschlossen. © Bastian Ludwig

Eine Hütte mit Übernachtungsmöglichkeiten will der Alpenverein an der Gaststätte „Zum Silbersee“ im Kreis Kassel schaffen. Es gibt allerdings noch Unklarheiten.

Kassel – Der Alpenverein in Kassel hat große Pläne. Nachdem er vor etwa einem Jahr das ehemalige Gasthaus „Zum Silbersee“ im Habichtswald von der Eigentümerfamilie gekauft hatte, trieb er sein Vorhaben weiter voran. Geplant ist am Standort des traditionsreichen Ausflugslokals eine Mittelgebirgshütte mit Übernachtungsmöglichkeiten und Wochenend-Gastronomie zu schaffen. Zunächst war unklar, ob das bestehende Gebäude dafür nur saniert werden muss oder ein Neubau notwendig wird.

Zuletzt war die Neubauvariante für 1,6 Millionen Euro favorisiert worden. Doch nun gibt es wieder Fragezeichen. Nach einem Vorstandstreffen der Kasseler Sektion des Deutschen Alpenvereins (DAV) am Donnerstagabend fährt der Verein „nun wieder zweigleisig“, wie der Vorsitzende Manfred Hesse gegenüber der HNA berichtete.

Alpenverein Kassel plant Neubau an der Gaststätte „Zum Silbersee“

Grund dafür sei, dass der Landkreis Kassel, in dessen Grenzen das Gebäude liegt, für einen Neubau einige behördliche Auflagen aufgezeigt habe, die das Projekt um etwa 30.000 Euro verteuerten und verzögerten. Deshalb habe sich der DAV entschieden, zwar das Neubauvorhaben weiterzuverfolgen, aber gleichzeitig eine Sanierung nicht völlig zu verwerfen.

Für eine Sanierung seien Investitionskosten von 600.000 bis 700.000 Euro nötig, so Hesse. Im Januar war noch grob mit 400.000 Euro für eine Sanierung kalkuliert worden. „Die Baukosten steigen immer weiter und gleichzeitig sind unsere Liquiditätsreserven in der Corona-Krise, als unser Kletterzentrum geschlossen bleiben musste, stetig geschrumpft“, sagt Hesse.

Gaststätte im Habichtswald bei Kassel: DAV-Vorsitzender für Neubau

Der DAV-Vorsitzende machte im Gespräch mit der HNA klar, dass der ältere Teil des bestehenden Gasthauses kaum wirtschaftlich zu sanieren sei. Bei dem Gebäudeteil aus den 1980er-Jahren sei dies grundsätzlich denkbar. Weil der DAV aber eine andere Nutzung anstrebe als bislang, sei ein Neubau – der zudem unter ökologischen Gesichtspunkten erstellt werden soll – natürlich sinnvoll.

Vorgesehen ist eine Mittelgebirgshütte, die etwa für Tagungen und ökologisch-pädagogische Projekte bestimmt ist. Zudem sind 30 Übernachtungsplätze geplant, die nicht nur von DAV-Gruppen, sondern auch von anderen Vereinen und Schulklassen genutzt werden könnten. Auch Wanderer sollen in dem Selbstversorgerhaus schlafen können. So ist auch eine kleine Küche geplant. An Wochenenden soll eine Gastronomie für Ausflügler angeboten werden.

Kreis Kassel: Neubau Gaststätte „Zum Silbersee“ – Verein benötigt Unterstützung

„Wir wollen das Projekt. Es kommt unserem Verein und der Region zugute. Naherholung hat Zukunft in diesen Zeiten, in denen Energiesparen und Ressourcenschonung wichtig sind“, sagt Hesse. Allerdings benötige sein Verein Hilfestellungen und Unterstützung.

„Der Landkreis Kassel steht hinter dem Vorhaben“, stellt Kreissprecher Harald Kühlborn klar. Allerdings gebe es bei Neubauten im sogenannten Außenbereich rechtliche Vorgaben. „Wir können keine Lex Alpenverein machen“, so Kühlborn. Es sei für den geplanten Neubau aber kein neuer Bebauungsplan nötig, der das Projekt tatsächlich um anderthalb Jahre verzögern würde, sondern lediglich ein Vorhaben- und Erschließungsplan.

Neubauvorhaben: Vorhaben- und Erschließungsplan wird benötigt

Dieser sei in einem halben Jahr realisierbar, wenn alle an einem Strang zögen. Nach dem Baugesetzbuch seien Neubauten im Außenbereich – sprich außerhalb der bestehenden Bebauung – nur im Einzelfall zulässig, „wenn öffentliche Belange nicht beeinträchtigt werden.“

Weil es sich beim DAV-Vorhaben um einen Neubau handele und künftig Übernachtungsplätze angeboten werden sollen, komme man nicht um den Vorhaben- und Erschließungsplan herum. Während vieles also noch offen ist, steht fest, dass die geplante Realisierung bis 2024 unwahrscheinlich ist. (Bastian Ludwig)

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