Bolzplatz für Mitarbeiter bei Kasseler Unternehmen

Gebäudetechnik Hempelmann hat DFB-taugliches Spielfeld

+
Auf dem Bolzplatz: Geschäftsführer Reinhard Gebauer (rechts) und Marketingchef Stephan Langer-Schuck. Im Hintergrund ist der GVZ-Kran zu sehen.

Kassel. Es gibt nette Arbeitgeber, die schenken ihren Mitarbeitern Tankgutscheine, spendieren ihnen eine warme Mahlzeit täglich, zahlen Gewinnbeteiligungen oder zusätzlich Sozialleistungen. Und es gibt solche, die bauen ihren Beschäftigten einen richtigen Sportplatz nach DFB-Normvorgaben.

Genau das hat Reinhard Gebauer, der Chef des Kasseler Haustechnik-Großhändlers HS-C. Hempelmann KG im Industriepark getan – obwohl er selbst keine große Affinität zur beliebtesten aller Ballsportarten hat. Und auf dem Platz dürfen nicht nur die eigenen Beschäftigten, sondern auch die von Kunden und benachbarter Unternehmen kicken. In den Sommermonaten wird er gut angenommen. Und wer nach dem Training duschen will, kann die firmeneigenen Sanitäranlangen nutzen.

Seit Jahren spielen zahlreiche Firmenmannschaften aus dem Industriepark, aber auch darüber hinaus in einem Turnier einen Pokal aus – auch in diesem Jahr und zwar am, 18. Juli. 2013 ging er nach einem dramatischen Elf-Meter-Schießen an die Mercedes-Benz-Niederlassung. Die Gastgeber verloren nur ganz knapp.

Hintergrund: GC-Gruppe Marktführer in Europa

Die GC-Gruppe steht für Großhandels-Contor GmbH. Keimzelle der Holding ist die 1921 in Bremen gegründete Röhrenhandlung Cordes & Graefe oHG. Der Verbund von mehr als 100 eigenständigen Haustechnik-Großhändlern ist mit 15 000 Mitarbeitern und 2000 Auszubildenden der Marktführer in Europa und in 14 Ländern vertreten. Täglich werden an 800 Auslieferungsstellen eine Million Kunden bedient. In einer eigenen Akademie mit fünf Standorten werden jährlich 70 000 Schulungen angeboten. Die Gruppe liefert 115 000 Heizungen und 600 000 Bäder im Jahr aus. Zum Umsatz machen weder GC-Gruppe noch Einzelunternehmen Angaben.

Warum baut ein Unternehmer seinen Leuten einen Bolzplatz? „Ganz einfach: Weil mir meine Mitarbeiter am Herzen liegen und es ihr Wunsch war, nach der Arbeit eine nahe Trainingsmöglichkeit zu haben“, sagt Gebauer. Er verstehe den Platz auch als Mitarbeitermotivation, erklärt der 49-Jährioge Unternehmer aus Kleinalmerode im Werra-Meißner-Kreis. 2008 wurde der 50 mal 80 Meter große Platz zwischen Firmengelände und Güterverkehrszentrum gebaut.

Sein Geld verdient Gebauer mit seinem Haustechnik-Großhandel. Seine Kunden sind ausschließlich Handwerksbetriebe in Nordhessen. 72 Mitarbeiter, davon zwölf Auszubildende, stehen auf der Lohnliste. Die Geschäfte laufen gut. Das Handwerk hat ordentlich zu tun, weil Privat- und Gewerbekunden kräftig in Gebäude und entsprechende Technik investieren.

Der Betrieb ist stark gewachsen. Als der gebürtige Staufenberger als Leiter der damals noch nicht eigenständigen Niederlassung des gleichnamigen Hildesheimer Unternehmens 2002 nach Kassel kam, hatte er sieben Mitarbeiter. Drei Jahre später – als er die Möglichkeit nutzte, die Filiale  zu kaufen - waren es schon mehr als 20. 2007 schließlich erfolgte der 1. Spatenstich am neuen Firmensitz mit 28 000 Quadratmeter Grund- und 5000 Quadratmeter Lagerfläche. Und Gebauer versichert glaubhaft: „Wir werden weiter wachsen. Ich habe noch einiges vor“.

Seinen Erfolg führt er unter anderem auf das ausgeklügelte logistische Konzept sowie die leistungsfähigen EDV-Lösungen der Bremer GC-Gruppe zurück, eine Art Holding-Gesellschaft, der sich bundesweit mehr als 100 eigenständige, mittelständische Haustechnik-Großhändler angeschlossen haben (siehe Hintergrund). Sie nimmt den Partnern zentral lästige Aufgaben wie Personalwesen, EDV und Marketing ab.

Von José Pinto

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.