Spaß in Kasseler Nordstadt

Klamottentauschparty: Gebe Ledermantel, suche Bluse

Frauen haben Spaß beim Klamottentausch: (von links) Viktoria Pinschuk, Ellen Stiehl-Schake, Marina Volkwein und Kerstin Krusche suchen sich etwas neues Gebrauchtes aus. Fotos:  Koch

Kassel. „Wenn sich jemand über die schwarze Lederhose und den braunen Ledermantel so freut, wie ich mich über die schwarze Hose, dann wäre das sehr schön“, sagt Ellen Stiehl-Schake.

Die 47-jährige Frau aus Kassel hat am Samstag bei der Klamotten-Tauschparty mitgemacht, die die Gruppierung „Konsumkritischer Stadtrundgang“ im Karoshi an der Gießbergstraße organisiert hat.

Zum zweiten Mal fand dieses Fest, bei dem sich fast alles um Kleidung dreht, in der Nordstadt statt.

Hauptsächlich junge Mädchen und junge Frauen wühlen sich durch die Berge von Oberteilen, langen und kurzen Röcken und bunten Jacken. Das Beste ist, dass es keine Kasse gibt, an der man für die Outfits zahlen muss. Es handelt sich nämlich ausschließlich um gebrauchte Ware. Kleidung, die dem ursprünglichen Käufer nicht mehr gefällt und die deshalb zum Hüter im Schrank geworden ist. Da es aber bestimmt genug andere Menschen gibt, die die Teile noch gern tragen würden, ist diese Party erfunden worden.

Suche nach Oberteilen: (von links) Sophie Roscher, Rosa Ungerer, Julia Mangold und Alina Thöne.

„Wir wollen damit zeigen, dass nachhaltiger Konsum auch Spaß machen kann“, sagt Organisatorin Gesine Lorenz. 700.000 Tonnen Kleidung würden jedes Jahr weggeworfen, das ergebe eine Lkw-Schlange von Kiel bis München, sagt Lorenz. Mit dem Tausch soll die Wertschätzung der Textilien wieder steigen.

Das Prinzip ist einfach: Jeder bringt etwas mit und sucht sich etwas anderes aus. So wie Ellen Stiehl-Schake. Marina Volkwein und Kerstin Krusche haben eine ganze Tasche voller Kleidung dabei, die sie anderen überlassen wollen. Die jungen Frauen sind überrascht, in welch gutem Zustand die meisten Sachen auf dem Wühltisch sind. Es sei nur wenig Ramsch darunter.

Es ist ein Kommen und Gehen bei der Kleiderparty, die bis in die Nacht gefeiert wird. Nur Frank Hugmann, der auf der Suche nach einer Hose ist, zeigt sich ein wenig enttäuscht. „Hier sind überwiegend Frauensachen. Für einen Mann ist es schon schwierig, etwas zu finden“, sagt der 50-Jährige.

Die Frauen sind umso solidarischer und haben Spaß. Eine junge Frau kommt aus der Umkleide mit einer Bluse und ruft: „Da komme ich nicht rein. Wer möchte die haben?“

Weitere Infos unter www.konsumkritik-kassel.de

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