Gedenken an NSU-Opfer Yozgat: Demonstranten kritisierten Verfassungsschutz

Kritik am Verfassungsschutz: Einer der Teilnehmer im Schlapphut-Outfit. Foto: Koch

Kassel. Zu einem Gedenken an das im April 2006 ermordete Kasseler NSU-Opfer Halit Yozgat hatte am Sonntag die Humanistische Union eingeladen. Unter den knapp 50 Menschen, die zum Halitplatz in die Nordstadt kamen, waren auch die vier Schwestern von Halit Yozgat.

Die Eltern des Opfers sind derzeit in der Türkei und konnten daher nicht kommen. Halit Yozgat war in seinem Internetcafé an der Holländischen Straße von den rechten Terroristen ermordet worden.

Franz-Josef Hanke, der Regionalvorsitzende der Humanistischen Union, kritisierte vor allem die Rolle des Verfassungsschutzes. Die Verstrickung des Verfassungsschützers Andreas T., der zur Tatzeit im Internetcafé war, aber von dem Mord nichts mitbekommen haben will, sei immer noch nicht aufgeklärt. Hanke fordert die Auflösung des Verfassungsschutzes. „Der Geheimdienst ist weder reformierbar noch kontrollierbar“, sagte er. Stattdessen sollten die Bürger den Schutz der Verfassung übernehmen und sich dabei nicht auf den Staat verlassen.

Die Schwestern von Halit Yozgat, die regelmäßig dem NSU-Prozess in München beiwohnen, halten sich aus der Öffentlichkeit zurück. Am Rande der Demonstration sagten sie aber, dass der Prozess aus ihrer Sicht nicht vorangehe. Institutionen, die die Hintergründe des Mordes hinterfragten, wollten sie unterstützten. (bal)

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