Gefährliches Schnarchen

Nächtliche Atemaussetzer können zu Schlaganfall und Herzinfarkt führen

Belastung nicht nur für die Beziehung: Schnarchen kann auch zu ernsthaften Erkrankungen führen. Foto: dpa

Ich fühle mich tagsüber abgeschlagen und müde und kann mich kaum konzentrieren, obwohl ich zeitig schlafen gehe. Meine Frau sagt, dass ich schnarche. Kann dies miteinander zusammenhängen? Was kann ich tun?“, fragt ein Leser aus Kassel.

Antworten hat der Kasseler Hals-Nasen-Ohren-Arzt Dr. Ulf Kuhlemann gegeben:

„Tagesmüdigkeit und Schlafstörungen sind häufig erste körperliche Anzeichen regelmäßigen Schnarchens“, sagt Kuhlemann. In Deutschland schnarchen etwa 60 Millionen Menschen, etwa ein Drittel davon sind Frauen.

Die Palette des Schnarchens reicht laut dem HNO-Arzt vom gelegentlichen Schnarchen, beispielsweise infolge von Alkohol, Übergewicht oder der Einnahme von Schlafmitteln, bis hin zum apnoischen Schnarchen, bei dem es zu nächtlichen Atemaussetzern kommt. „Dies kann zu einer gefährlichen Absenkung der Sauerstoffsättigung im Blut führen“, sagt er.

Die Folgen können Erschöpfungszustände, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen sein. Im schlimmsten Fall kann Schnarchen sogar Ursache für Schlaganfall und Herzinfarkt sein. „Treten Atemaussetzer auf, sollte man umgehend einen Arzt aufsuchen“, rät Kuhlemann. Eine Untersuchung im Schlaflabor helfe, den Umfang des Schnarchens aufzuklären.

Ulf Kuhlemann

Neben organischen und neurologischen Ursachen sowie Kieferfehlstellungen sind Kuhlemann zufolge häufig Verengungen in der Nase, etwa durch eine verbogene Nasenscheidewand, Polypen oder Schleimhautschwelllungen sowie im Rachen ein zu schlaffes Gaumensegel oder ein zu großes Zäpfchen, für das Schnarchen verantwortlich. „Diese anatomischen Ursachen – oft treffen mehrere Faktoren zusammen – lassen sich häufig operativ korrigieren“, sagt der HNO-Arzt. Gerade bei der Nasen- und Gaumenchirurgie sei die Lasertechnik eine bewährte Methode für einen schonenden und schnell heilenden Eingriff.

Bei 70 bis 80 Prozent der Patienten könne das Schnarchen so behoben oder deutlich reduziert werden. Außerdem sollte gegebenenfalls ein Allergietest gemacht werden, weil Allergien über eine behinderte Nasenatmung ebenfalls Schnarchen verursachen können.

Gleichzeitig rät Kuhlemann bei Übergewicht zu einer Gewichtsabnahme und auf den Verzicht von Alkohol und Schlafmitteln. Sie sorgen für eine Erschlaffung der Muskulatur im Rachenraum, was das Schnarchen begünstigt.

In besonders schweren Fällen müssen Patienten nachts eine Sauerstoffmaske tragen, um eine ausreichende Sättigung des Bluts mit Sauerstoff zu gewährleisten. (mkx) Hintergrund

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