Gefälschte Fahrkarten: Polizei entlarvt ehemaligen KVG-Mitarbeiter

Kassel. Ein ehemaliger Mitarbeiter der Kasseler Verkehrsgesellschaft soll Fahrkarten im Wert von 80.000 Euro gefälscht haben. Die Ermittler kamen dem Tatverdächtigen durch gefälschte Fahrkarten, die bei Kontrollen entdeckt worden waren, auf die Spur.

Es handelt sich nach Angaben von Klaus Arend, Sprecher der Bundespolizeiinspektion Kassel, um einen 47-jährigen Mann aus Kassel, der bis zum September 2010 bei der KVG gearbeitet haben soll. Acht weitere Personen, die ebenfalls alle aus Kassel stammen, stehen im Verdacht, die gefälschten Fahrscheine gekauft und genutzt zu haben.

Bei allen Verdächtigen wurden am Dienstag die Wohnungen durchsucht. Dabei sei zahlreiches Beweismaterial sichergestellt worden, sagt Arend. Bei dem 47-Jährigen fanden die Bundespolizisten mehrere Blankofahrkartenrollen mit rund 8000 Einzelfahrscheinen sowie zahlreiche gefälschte Fahrkarten. Ebenfalls sichergestellt wurden der Computer und der Drucker des Mannes.

1000 verkaufte falsche Karten

Insgesamt 62 Fälschungen zogen die Beamten aus dem Verkehr. Nach bisherigen Ermittlungen hat ehemalige KVG-Mitarbeiter seit dem Jahr 2009 Handel mit gefälschten Tickets des Nordhessischen Verkehrsverbandes (NVV) betrieben. An die 1000 falsche Karten, darunter Monatskarten und auch Einzelfahrscheine, wurden in Nordhessen verkauft. Laut Arend bot der 47-Jährige die Fälschungen über das Internet an, zudem sei die gefälschte Ware durch Mund-zu-Mund-Propaganda bekannt geworden.

Der Gesamtschaden wird mit 80.000 Euro Schaden beziffert. „Wir gehen von einem durchschnittlichen Verkaufswert von 80 Euro aus. Wäre der Fall unentdeckt geblieben, wäre eine Schadenshöhe von mehreren Hunderttausend Euro möglich gewesen“, sagt Arend. Die Bundespolizeiinspektion Kassel ermittelt wegen Diebstahl, Urkundenfälschung, Betrug und Hehlerei. Gegen alle Beschuldigten wurde ein Strafverfahren eingeleitet. (use)

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