Einige Partner loben Zusammenarbeit mit Organisatoren

Gefängnislauf „Break out and run free“: Sponsoren wollen Geld zurück

Kassel. Nicht nur viele Teilnehmer sind gefrustet vom Gefängnislauf „Break out and run free“ am Sonntag in Kassel. Nachspiele dürften den Veranstaltern der Agentur querheads auch von Sponsoren-Seite drohen. So gibt es Kooperationspartner, die Geld zurückfordern, weil wohl Leistungen nicht im vereinbarten Umfang erbracht worden sein sollen.

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Ein Beispiel ist die Flughafen-GmbH, die als Sponsor des Wasserfallstors im Zielbereich auftrat. Geschäftsführer Ralf Schustereder ließ auf Anfrage mitteilen, dass die GmbH „nicht ganz glücklich“ mit der Durchführung des Laufs gewesen sei. Grund seien „organisatorische Schwachstellen“, so die Stellungnahme. „Wir planen Gespräche mit dem Veranstalter, um die erbrachte Leistung aufzuarbeiten.“

Aber nicht alle Sponsoren äußern sich negativ. Dieter Theuermeister, Inhaber des Lauf-Ladens, empfand die Zusammenarbeit als „sehr angenehm“. Dennoch blieb auch ihm nicht verborgen, dass die Organisatoren überfordert waren. „Die haben nicht gesehen, was mit der Organisation einer so großen Veranstaltung zusammenhängt.“

Spruch verwirrt Anrufer der Agentur

Mit einer allgemeinen Stellungnahme hat die Agentur querheads versucht die enttäuschten Teilnehmer von „Break out and run free“ versucht um Verständnis zu bitten. Auf der Facebook-Seite der Veranstalter heißt es, man werde sich der Kritik stellen. Eine Anfrage der HNA beantwortete querheads bisher nicht. Wer versucht die Agentur telefonisch zu erreichen, bekommt von einem Anrufbeantworter eine etwas eigenartige Nachricht. Dann sagt eine Stimme: „Bei querheads ist gerade keiner da. Ich auch nicht. Ich muss noch ein paar Leute erschießen.“ Einige Anrufer äußerten sich gegenüber der HNA verwirrt über diese ziemlich provozierende Ansage.

Der Lauf-Laden war Sponsor eines Hindernisses. Mehrmals habe es Änderungen gegeben. Und er habe erst am Veranstaltungstag gesehen, wie das Hindernis mit der Werbung aussah, sagt Theuermeister. Er habe nichts beanstanden müssen, „aber so etwas geht eigentlich nicht“.

Theuermeister lobt ebenso wie Dirk Bohle, Bereichsleiter Marketing bei Kassel Marketing, die „sensationelle Idee“ von „Break out and run free“. Deswegen haben habe Kassel Marketing das auch mit einem „niedrigen vierstelligen Betrag“ unterstützt. Geflossen sei dieses Geld in die Werbung. Ein solches Vorgehen sei üblich und gebe es zum Beispiel auch beim Marathon.

Ursprünglich habe sich Kassel Marketing noch stärker engagieren wollen, sagt Bohle. Aber nachdem die Kommunikation mit der Agentur querheads im Frühjahr schwierig wurde, „haben wir es reduziert“. Dass die Veranstaltung nun so endete, findet Bohle bedauerlich. „Das ist jetzt verbrannte Erde.“ Dabei sei die Idee von „Break out and run free“ eigentlich gut gewesen.

Kein Grund für Kritik sahen die Stadtreiniger, die ebenfalls mit Werbebannern vertreten waren. Im Gegenzug habe es Sachleistungen gegeben.

Mehr zum ehemaligen Gefängnis Elwe, dem Startpunkt des Laufs, erfahren Sie im HNA-Regiowiki.

Ähnlich positiv ist die Wahrnehmung beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) Kassel. Für den Sanitätsdienst mit 60 Einsatzkräften hättendie Veranstalter die Hälfte der Auslagen bereits in Vorkasse gezahlt, sagte DRK-Sprecherin Gabriele Steiner. Über die andere Hälfte erhalte die Agentur querheads nun eine Rechnung.

Von Claas Michaelis

Fotos vom Lauf

"Break out and run free": Hindernislauf durch Kassel

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