Zwei Jahre und drei Monate Haft für 25-Jährigen wegen gefährlicher Körperverletzung

Gefängnisstrafe nach Messerstich

Kassel. In der Walpurgisnacht sollen die merkwürdigsten Dinge geschehen. Für einen 24-Jährigen endete der Tanz in den Mai in der Ingenieurschule dieses Jahr mit einer acht Zentimeter tiefen Stichwunde im Krankenhaus.

Der 25-Jährige, der dafür verantwortlich sein soll, ist gestern vom Amtsgericht wegen gefährlicher Körperverletzung zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und drei Monaten verurteilt worden. Er hatte auch am zweiten Verhandlungstag zu den Vorwürfen geschwiegen. Eine der wenigen Aussagen, die er während des Prozesses machte, war, dass er schon längere Zeit Drogen nehme, Cannabis „jeden Tag“ und Kokain am Wochenende.

Das Opfer des Messerstichs konnte den Angeklagten nicht eindeutig identifizieren, er hatte an jenem Abend mit einer Bekannten die Uni-Party in der Ingenieurschule verlassen, da traf ihn der Messerstich von hinten. Als er sich umdrehte, flüchtete der Täter bereits. Auch seine Begleiterin war sich unsicher, bei der Vorlage von Fotos durch die Polizei identifizierte sie den Angeklagten lediglich mit neunzigprozentiger Sicherheit. Der verletzte junge Mann hatte vor dem Stich einen Streit zwischen Freunden und dem Angeklagten schlichten wollen. Die Auseinandersetzung war beendet, bevor er eingreifen konnte, für den Stich gab es also keinen Anlass.

Andere Zeugen hatten den Angeklagten während der Uni-Party dabei beobachtet, wie er Gäste beschimpfte oder anrempelte. Einer 26-jährigen jungen Frau hatte er gedroht, ihr für den Fall, dass sie Türkin sei, die Kehle durchzuschneiden. Auch ein angehender Polizeibeamter hatte an jenem Abend als Gast auf der Party eine unsanfte Begegnung mit dem Angeklagten. Als er später im Dienst war, erkannte er auf einem Fahndungsfoto den Mann wieder, der ihn angerempelt hatte.

Für Richterin Schiborr passte am Ende „ein Puzzleteil ins andere“. Sie war überzeugt davon, dass es nur der Angeklagte gewesen sein kann, der zugestochen hat. Außer zu einer Freiheitsstrafe verurteilte das Gericht den 25-Jährigen zu einem Schmerzensgeld von 2000 Euro. Schiborr sprach von Glück, dass bei dem Stich keine sensiblen Stellen im Körper getroffen wurden und dass der Verletzte nach wenigen Tagen das Krankenhaus wieder verlassen konnte. Sie merkte an, dass der Angeklagte wenige Wochen vor der Tat ebenfalls wegen Körperverletzung zu einer Bewährungsstrafe verurteilt worden war. Da soll er gemeinsam mit zwei Mittätern auf einen am Boden liegenden Mann eingetreten haben. Dieses Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig, weil der Angeklagte danach in Berufung gegangen war. (pas)

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