Ärger um Schleichweg

Gefahr für Schüler wegen Baustelle Loßbergstraße

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Dicht an dicht: Im Berufsverkehr morgens und am späten Nachmittag fahren die Autos in Kolonne durch das Wohngebiet. Fußgänger haben es in diesen Zeiten schwer, die Straße zu überqueren.

Kassel. Früher ging es in den Kirchditmolder Riedwiesen beschaulich zu. Diese Zeiten sind vorbei, seitdem auf der Loßbergstraße gebaut wird. Weil sich der Verkehr dort täglich staut, nutzen genervte Autofahrer den Schleichweg durch das Wohngebiet.

Im Berufsverkehr rauschen stündlich Hunderte Autos durch die 30er-Zone. Für die Grundschule Kirchditmold und die Anwohner ist dies eine Zumutung und Gefahr.

Einige Anlieger der Riedwiesen starteten deshalb eine Unterschriftensammlung, mit der sie die Stadt zur Abhilfe auffordern. In kurzer Zeit hatten sie 165 Unterschriften zusammen, die sie Anfang Januar bei Oberbürgermeister Bertram Hilgen einreichten. „Seitdem ist nichts passiert“, sagt Dorothee Möller, eine der Initiatorinnen der Initiative. Besonders dicht sei der Verkehr zwischen 7 und 9 Uhr und 17 und 19 Uhr. „Da kommen Fußgänger manchmal zwei Minuten lang nicht über die Straße, weil die Autos dicht an dicht fahren“, sagt Möller. Weil geparkte Autos die Durchfahrt erschwerten, würden viele Autofahrer bei Begegnungsverkehr auf die Bürgersteige ausweichen. „Da müssen Sie als Fußgänger gehörig aufpassen.“

Auch die Leiterin der benachbarten Grundschule Kirchditmold, Kirsten Schulze, sieht das Verkehrsaufkommen kritisch. „Unsere Schüler müssen oft ewig warten, bevor sie die Straße überqueren können“, sagt Schulze. Ein Problem sei, dass die Stadt vor zwei Jahren die Fußgängerampel, die unmittelbar vor der Schule stand, abgebaut hat. Es fehle an sicheren Überwegen. Um die Verkehrssituation zu beruhigen, habe die Schule die Eltern aufgefordert, ihre Kinder nicht mit dem Auto zur Schule zu bringen. Weil viele sich wegen des Verkehrs Sorgen machten, habe der Appell jedoch nicht viel genutzt. Aus Sicht der Bürgerinitiative gibt es für die Stadt mehrere Möglichkeiten, das Problem einzudämmen: Zum einen fehle es an einer Umleitungsausschilderung für die Baustelle an der Loßbergstraße, die noch bis Ende des Jahres bestehen bleibt. Zudem müsse die Grünphase der Ampel am Ausgang des Wohngebiets zur Heßbergstraße deutlich verkürzt werden. So werde der Schleichweg unattraktiv. Weitere Idee ist ein Linksabbiegerverbot an der Kreuzung Loßbergstraße / Teichstraße, sodass der einspurige Verkehr besser über die Kreuzung abfließen könne.

Die Anlieger machen sich Sorgen, dass der Schleichweg auch nach Fertigstellung der Baustelle weiter stark frequentiert wird. Auf der Loßbergstraße habe es schon immer dichten Verkehr gegeben, und der einmal gelernte Schleichweg könne somit für viele interessant bleiben.

Von Bastian Ludwig

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