Autofahrer und Fußgänger verhalten sich vorbildlich

Gefahr am Zebrastreifen: Radfahrer oft fahrlässig

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Beobachtungspunkt Wilhelmshöher Allee zwischen Sophienstraße und der Arztnotrufzentrale: Ein Fahrradfahrer quert ohne abzusteigen den Zebrastreifen. Laut ACE zählen Radfahrer zu den Hauptverursachern von Unfällen an Zebrastreifen.

Kassel. Zuerst die gute Nachricht: Kassels Fußgänger und Autofahrer verhalten sich an Zebrastreifen vorbildlich. Die schlechte Nachricht: Radfahrer schlagen mit großer Regelmäßigkeit über die Stränge – sie steigen auf Zebrastreifen nicht aus dem Sattel.

Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Erhebung des Auto Club Europa (ACE) in Kassel. Ausgewählt wurden von insgesamt 93 Zebrastreifen in Kassel drei besonders stark frequentierte in der Innenstadt: an der Wilhelmshöher Allee in Höhe des Rathenauplatzes, an der Schönfelder Straße / Ecke Gräfestraße und noch einmal an der Wilhelmshöher Allee in Höhe der Rolandstraße.

Kassel liegt nicht im Bundestrend

Bundesweit wurden 2011 5362 Unfälle an Zebrastreifen gezählt, 4423 mit Leichtverletzten, 908 mit Schwerverletzten und 31 mit Todesfolge. Das bedeutet einen Anstieg von 29 Prozent im Vergleich zum Jahr 2010. In Kassel ist kein Anstieg zu verzeichnen. 2010 und 2011 zählte die Polizei jeweils 37 Unfälle im Zusammenhang mit Verkehrsüberwegen. 18 Verletzte gab es 2010, 2011 waren es 17. Niemand kam ums Leben. (bon)

Es wurde beobachtet, wie sich die jeweiligen Verkehrsteilnehmer an einem Zebrastreifen verhalten. Rennen Passanten einfach achtlos auf die Straße? Oder suchen sie den Blickkontakt zu den Autofahrern? Achten Autofahrer auf Personen, die den Zebrastreifen queren wollen? Oder fahren sie einfach flott durch? Das Ergebnis: An allen drei Zebrastreifen achteten die Verkehrsteilnehmer in über 90 Prozent der Fälle mit großer Aufmerksamkeit aufeinander. Nicht aber die Radfahrer. Zu 85 Prozent sehen sie keine Veranlassung, bei der Benutzung eines Zebrastreifens vom Rad abzusteigen.

„Damit bestätigen die Kasseler Radler einen traurigen Trend“, sagt ACE-Regionalbeauftragter Uwe Völker. Überall in Hessen verhielten sich Radfahrer ähnlich. Nicht umsonst zählten Radfahrer zusammen mit den Kraftfahrern zu den Haupt-Unfallverursachern. Dagegen gingen nur 29 Prozent aller Vorfälle aufs Konto der Fußgänger.

Dass Kassel dennoch nicht im Bundestrend liegt (siehe Kasten), ist wohl nur der Weitsicht der Kraftfahrer zu verdanken. Tatsächlich hält Völker ein großes Lob für sie bereit: „In keiner Stadt Hessens verhalten sich Autofahrer so umsichtig wie in Kassel. In Gießen und Frankfurt sieht das ganz anders aus.“

Bald wird die Erhebung in Fritzlar und Hofgeismar fortgesetzt. Im September werden dann alle bundesweit gesammelten Daten veröffentlicht.

Von Boris Naumann

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