Gegen die Ungerechtigkeit

Kommunalwahl in Kassel: Violetta Bock tritt für die Kasseler Linken an

Gerne vor Ort: Violetta Bock posiert vor der Valentin-Traudt-Schule in Rothenditmold, wo die Linken-Politikerin seit Jahren wohnt.
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Gerne vor Ort: Violetta Bock posiert vor der Valentin-Traudt-Schule in Rothenditmold, wo die Linken-Politikerin seit Jahren wohnt.

Vor der Kommunalwahl am 14. März 2021 stellen wir die Spitzenkandidaten der einzelnen Listen vor, die in Kassel antreten. Hier: Violetta Bock (Die Linke).

Kassel – Violetta Bock von der Kasseler Linken ist mit ihren 33 Jahren bei der Kommunalwahl 2021 eine der jüngsten Kandidaten fürs Stadtparlament. Dabei ist sie bereits eine erfahrene Volksvertreterin und schon seit 2016 Mitglied der Stadtverordnetenversammlung. Dort war sie durch viele Direktstimmen aus dem Stand auf der Linken-Liste nach oben katapultiert worden.

Ihre Energie, Kommunalpolitik zu machen, ist ungebrochen. Violetta Bocks Fazit nach einer Legislaturperiode klingt alles andere als müde oder verdrossen: „Man kann schon einiges verändern und bewegen.“ Sagt eine Frau, die die politische Realität erfahren musste, dass eine kleine Fraktion von den Mehrheitsfraktionen gerne überstimmt wird. Unabhängig vom thematischen Inhalt. „Manches dauert eben etwas länger“, sagt dazu Violetta Bock in ihrer ruhigen Art.

Sie erinnert an den Igel aus „Hase und Igel“. Überall, wo demonstriert, gemahnt, gestreikt und gefordert wird, wo es soziale Schieflagen und Missstände gibt, ist Violetta Bock schon da. Nicht zuletzt deshalb kennen sie viele in der Stadt. Den Kontakt zu den Menschen, auch die Zusammenarbeit mit außerparlamentarischen Gruppen, findet sie unabdinglich für ihre Arbeit. Dass die Zahl der Initiativen und Bewegungen zunimmt, stimme sie froh. Das sei ein gutes Zeichen für die Demokratie und Mitbestimmung, sagt sie.

Sie geht gerne auf die Straße, zeigt ihr Gesicht bei Manifestationen, ob bei Fridays for Future, gegen Rechts, für den Radentscheid oder für die Seebrücke, die sich für Flüchtlinge einsetzt.

Schon als Kind hatten ihre Eltern, die beide künstlerische Tätigkeiten ausüben, sie und ihre beiden Geschwister zu Demonstrationen mitgenommen: gegen Atomenergie, gegen den Irak-Krieg. Dieses Sich-zu-Wort-melden könne sie geprägt haben, überlegt sie. Wachsam und wehrhaft zu sein, seien wichtige Eigenschaften, sagt die zierliche Frau, die – wen wundert das noch? – einen schwarzen Gürtel in Karate hat.

Ihr Antrieb für ihre politische Arbeit bei den Linken, denen sie seit 2017 als Mitglied angehört, ist archaisch: „Wie ungerecht so vieles ist! Wie viel Elend es gibt!“ Das könne sie nicht einfach hinnehmen. „Wir müssen an einem anderen Gesellschaftsmodell arbeiten.“ Dafür sei sie aktiv. Am besten vor Ort, in der eigenen Stadt, ihrer Wahlheimat, wo sie feste Wurzeln geschlagen hat.

Studiert hat die gebürtige Passauerin Politikwissenschaften und „Global Political Economy“. Dafür kam sie aus Wien an die Uni Kassel, um ihr Studium mit einem Master abzuschließen. Das Thema ihrer Arbeit: der Streik bei Amazon. „Die Streikenden haben mir imponiert“, sagt sie. Es mit einem so mächtigen Arbeitgeber aufzunehmen, dazu gehöre Mut.

Gewerkschaftsarbeit – eine Domäne ihres Partners – ist auch für Bock von Bedeutung. Ebenso wie die Themen bezahlbarer Wohnraum, guter – am besten kostenfreier – ÖPNV und der Kampf gegen Armut und Klimawandel. Als Mitarbeiterin im Fraktionsbüro ist sie auch beruflich bei den Linken. Außerdem schreibt sie für politische Publikationen.

Bock macht sich für die Abgehängten stark – und davon gebe es immer mehr, stellt sie fest. Rothenditmold, der Stadtteil, wo sie seit Jahren bewusst und gerne lebt, erde sie und führe ihr täglich die Realität vor Augen.

Bei der Reihenfolge der Porträts orientieren wir uns an der Reihenfolge der Listen auf dem Wahlzettel. Morgen stellen wir Christian Klobuczinsky von den Freien Wählern vor.

Von Christina Hein

Hinweis in eigener Sache: Für die Aussagen in den Kandidatenvideos sind ausschließlich die Kandidaten und Parteien verantwortlich.

Alle Kandidatenporträts finden Sie hier.

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