Weinberg: CDU-Vorstoß für Verkehrskonzept stößt im Ausschuss auf Ablehnung

Dunkle Wolken über dem Weinberg: Bebauung und Verkehrskonzept sind umstritten. Archivfoto: Koch

Kassel. Verharrt die CDU beim Thema Verkehr in überholten Denkmustern? Die Mehrheit im Ausschuss für Stadtentwicklung, Mobilität und Verkehr zumindest vertrat diese Ansicht und lehnte deren Antrag ab, ein Verkehrskonzept für den Museumspark auf dem Weinberg vorzulegen

SPD, Grüne und FDP verwiesen auf die Parkplätze in der Kasseler Innenstadt und das vorhandene Verkehrskonzept der Stadt. Weitere Parkplätze am Weinberg seien kontraproduktiv. Sie zögen nur mehr Verkehr nach sich.

Aus Sicht der CDU ist „eine serviceorientierte touristische Erschließung für den Individual- und Busverkehr zwingend notwendig“. Da die meisten Besucher von auswärts kämen und per Bus oder Auto anreisten, müssten auf dem Weinberg neue Parkmöglichkeiten geschaffen werden. „Wir sehen ein großes Problem aufgrund des Parksuchverkehrs“, sagte CDU-Stadtverordneter Dr. Jörg Westerburg im Beisein von Vertretern der Bürgerinitiative „Rettet den Weinberg“. Dem widersprach die Mehrheit.

„Es gibt in der Innenstadt genügend Parkplätze“, sagte Dieter Beig (Grüne). Zudem ziele der Antrag einseitig auf mehr Parkplätze am Weinberg ab. Heinz Gunter Drubel (FDP) verwies auf das „hervorragend ausgebaute“ Parkleitsystem und den Öffentlichen Nahverkehr. Besucher gelangten innerhalb weniger Minuten von der Innenstadt ins Museum. „Wir sehen das ähnlich“, sagt Wolfgang Rudolph (SPD). Die CDU vertrete eine andere Verkehrskonzeption. Das städtische Konzept unterscheide sich davon deutlich. Ziel sei es, nicht mehr Verkehr durch Parkplätze oder gar ein Parkhaus in das Quartier zu lenken. In den vier Parkhäusern der Innenstadt sei genügen Platz, der Weg von dort auf den Weinberg zumutbar. Dass sich die Besucher auch in der Innenstadt aufhielten, sei ausdrücklich gewollt.

Norbert Domes (Kasseler Linke) fand den Vorstoß der CDU dagegen unterstützenswert, auch wenn er deren Vorstellung zum Verkehr im allgemeinen nicht teile. Vor der Abstimmung hatte Wolfram Kieselbach (CDU) noch einmal für den Antrag geworben. Man wolle, dass das Verkehrskonzept jetzt überarbeitet werde. „Der Mensch wird immer bequemer. Der fährt nach Möglichkeit bis in den Eingang.“

Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne) verwies auf das so genannte integrierte Verkehrskonzept der Stadt, das im Zuge der Verkehrsplanung im Detail umgesetzt werden müsse. „Das steht noch aus.“ Unter anderem müsse über entsprechende Leitsysteme sichergestellt werden, dass die Besucherströme auch wie vorgesehen zu den Museen gelenkt werden. (els)

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