Kampagne der Stadtreiniger

Plastik in der Biotonne: Stadtreiniger sagen ihm den Kampf an

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Plastiktüten gehören nicht in den Biomüll: Die Müllwerker Tobias Hupe (links) und Sascha Borchert schauten gestern mal genauer in die Biomülltonnen in Bad Wilhelmshöhe.

Kassel. Die Stadtreiniger Kassel sagen Plastiktüten im Biomüll den Kampf an. Bis zu zehn Prozent Müll, der dort nicht hineingehört, würden in den Biotonnen landen.

Darunter eben auch Plastiktüten. Das sagte Dirk Lange, Betriebsleiter der Stadtreiniger, bei einem Pressetermin in Bad Wilhelmshöhe. Dort schauten Mitarbeiter der Bio-Abfuhr mal genauer in die Tonnen und holten aus fast jeder eine Plastiktüte hervor. In der Nordstadt mit vielen Mehrfamilienhäusern sei der Anteil der sogenannten Störstoffe am größten, sagt Lange.

Der Betriebsleiter meint, dass der Anteil der Störstoffe in den rund 29.000 Biotonnen, die es in Kassel gibt, zugenommen hat. Das liege sicher auch an der Unwissenheit vieler Kunden. Bislang sei propagiert worden, dass man den Biomüll in sogenannten Bio-Plastiktüten oder kompostierbare Tüten in der Tonne entsorgen könne. Das sei aber eine Fehlannahme.

In den meisten Verwertungsanlagen würden diese Tüten wie normale Plastiktüten aussortiert, da sie bis zu sechs Monaten benötigten, um sich zu zersetzen. Diese Zeiten überschritten aber deutlich die Produktionszeiten in modernen Biogas- und Kompostierungsanlagen. Der Biomüll müsse entweder in Papiertüten oder in Zeitungspapier verpackt in die Tonne geworfen werden.

Kassels Ordnungs- und Abfalldezernent Dirk Stochla appelliert an die Bürger, den Bioabfall nicht zu ruinieren. Man habe die Kampagne mit den Stadtreinigern gestartet, um die Menschen für das Thema zu sensibilisieren, bevor es richtig problematisch wird. „Mit der Getrenntsammlung von Bioabfällen können wir einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz leisten“, so Stochla.

Die Mitarbeiter der Stadtreiniger sind derzeit wieder mit dem Waschmobil unterwegs, um alle Tonnen zu reinigen. Dabei verteilen sie auch Anhänger, die über die Kampagne informieren. 

Hintergrund

Mehr als 11.500 Tonnen Bioabfall konnten die Stadtreiniger 2017 zu den Verwertungsanlagen transportieren, um daraus Kompost und Biogas zu gewinnen. „Die Betreiber unserer Verwertungsanlagen können Bioabfälle, die zu viele Störstoffe wie Plastiktüten, Lebensmittelverpackungen oder Dosen enthalten, nicht mehr annehmen, da ansonsten der Absatz ihres Kompostes gefährdet ist,“ so Dirk Lange, Betriebsleiter der Stadtreiniger Kassel. Für Landwirte und Gartenbetriebe sei allerdings ein mit Plastik verunreinigter Kompost nicht zu gebrauchen, was wiederum den Absatz von natürlichen und umweltfreundlichen Kompost als Dünger für die Äcker gefährde. Wird der Kompost nicht mehr abgenommen, ist auch die Sammlung des Bioabfalls in der braunen Tonne bedroht, warnt der Betriebsleiter der Stadtreiniger.

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