Gegen Radwege an Hauptstraßen

Kommunalwahl in Kassel: Michael von Rüden tritt für die CDU an

Vor dem Frühstückstempelchen am Weinberg: CDU-Spitzenkandidat Michael von Rüden schätzt die gute Aussicht von hier und den Blick über die Südstadt.
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Vor dem Frühstückstempelchen am Weinberg: CDU-Spitzenkandidat Michael von Rüden schätzt die gute Aussicht von hier und den Blick über die Südstadt.

Vor der Kommunalwahl am 14. März 2021 stellen wir die Spitzenkandidaten der einzelnen Listen vor, die in Kassel antreten. Hier: Michael von Rüden (CDU).

Kassel – Zwei Dinge schließt CDU-Spitzenkandidat Michael von Rüden bereits im Vorfeld aus: Es werde nach der Kommunalwahl (alle Ergebnisse zur Kommunalwahl Kassel im Liveticker) weder eine Zusammenarbeit mit der AfD noch mit der Linken geben. Ansonsten zeigt sich der 71-Jährige offen. Er könne sich durchaus vorstellen, die Kasseler Kommunalpolitik zusammen mit der SPD, aber auch mit den Grünen zu gestalten. „Ich sehe das ziemlich gelassen“, sagt er. Persönliche Ambitionen auf irgendeinen Posten habe er nicht. Sein Ziel: ein möglichst gutes Abschneiden der CDU. „Danach sehen wir mal“, sagt der Vater von zwei erwachsenen Söhnen und vierfache Opa.

Seit Jahren ist er insbesondere in der Schulpolitik aktiv. Der Streit um die flächendeckende Einführung von Gesamtschulen (das hielt und hält er für falsch) und der Kampf für Gymnasien (die sind seiner Meinung nach für die Förderung von Kindern besser geeignet) hat ihn geprägt. Weil sein Vater früh starb, musste sich Michael von Rüden schon in jungen Jahren mit Unterstützung der Mutter durchkämpfen. In Bettenhausen geboren und aufgewachsen, hat er sein Abitur an der Heinrich-Schütz-Schule gemacht. Das war dort damals noch möglich. Morgens mit der Linie 8 und zu Fuß zur Schule, nachmittags zurück. Er könne sich nicht daran erinnern, dass die Bahn im Winter mal ausgefallen sei, sagt er mit Blick auf die aktuelle Debatte um die KVG.

Seinen früh formulierten beruflichen Traum hat er sich erfüllt. Er wollte Lehrer an einem Gymnasium werden. Das wurde er nach dem Studium in Göttingen dann auch. Seine Fächer: Englisch und Geschichte. Zu seinen beruflichen Stationen gehörten das Friedrichsgymnasium, einige Jahre beim Regierungspräsidium, dann 14 Jahre als Leiter des heutigen Goethegymnasiums (damals Goetheschule). Zuletzt war er dann Leiter des staatlichen Schulamtes in Fulda. Gewohnt hat er immer in Kassel.

Und hier will er auch noch einiges in der Politik bewegen. Aus der Opposition heraus sei das oft frustrierend, sagt er. So viele Anträge und Initiativen seiner Fraktion seien von SPD und Grünen in den vergangenen Jahren abgelehnt worden. Auch wenn man in der jüngeren Vergangenheit nicht immer den Eindruck hatte, die CDU wolle unbedingt mitregieren, soll sich das jetzt ändern.

Nach dem Bruch der Koalition aus SPD und Grünen gebe es durchaus Möglichkeiten. „Wir sind die Stimme der Vernunft, auf die sollte man hören“, sagt Michael von Rüden. Zum Beispiel in der Verkehrspolitik. Da setzte er sich auch dafür ein, den Radverkehr zu fördern. Allerdings sei die CDU gegen weitere Radstreifen an Hauptverkehrsstraßen. Dafür solle das Netz entlang der Nebenstrecken ausgebaut werden. Ein Ja zum Ausbau der Straßenbahnlinien nach Harleshausen und Waldau, und ein klares Nein zur flächendeckenden Einführung von Tempo 30 sind weitere Stichworte.

Wichtig sei es zudem, dass die Stadt trotz drohender Einnahmeverluste durch Corona weiter investiere. Ein Sparhaushalt sei jetzt das falsche Signal.

„Ich bin davon überzeugt, dass sich sinnvolle Investitionen mittelfristig auszahlen“, sagt von Rüden. Mit wem das am besten umzusetzen ist? „Warten wir es mal ab“, sagt der Spitzenkandidat. Auf jeden Fall sei die CDU bereit, nach der Wahl Verantwortung zu übernehmen.

Bei der Reihenfolge der Porträts orientieren wir uns an der Reihenfolge der Listen auf dem Wahlzettel. Morgen stellen wir Awet Tesfaiesus von den Grünen vor.

Von Thomas Siemon

Hinweis in eigener Sache: Für die Aussagen in den Kandidatenvideos sind ausschließlich die Kandidaten und Parteien verantwortlich.

Alle Kandidatenporträts finden Sie hier.

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