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Kampfansage gegen Raser: Illegale Autorennen sollen härter bestraft werden

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Von: Ulrike Pflüger-Scherb

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Illegale Autorennen sollen härter bestraft werden: Das fordert Hessens Justizministerin Eva Kühne-Hörmann. Das Symbolbild zeigt ein Fahrzeug in voller Fahrt, dessen Konturen bei Nacht zu Lichtspuren verwischt sind. © Archivfoto:  dpa

Kassel. Mehrere Autofahrer wurden zuletzt von der Kasseler Polizei gestoppt, weil sie an illegalen Autorennen teilgenommen haben. In der Regel kommen sie mit einem Bußgeld und einem einmonatigen Fahrverbot davon. Das soll sich nun ändern.

Hessens Justizministerin Eva Kühne-Hörmann (CDU) kündigt an, das Thema „illegale Autorennen“ auf die Tagesordnung der Justizministerkonferenz zu setzen, die in dieser Woche stattfindet.

Erst in der Nacht zum Samstag war ein 38-jähriger Fußgänger in Mönchengladbach von einem Auto erfasst worden, das sich mit einem anderen Wagen ein Rennen lieferte. Der Fußgänger starb an seinen Verletzungen.

„Das Phänomen illegaler Autorennen nimmt seit Jahren zu. Der Bundesrat hat bereits im letzten Jahr einen Gesetzentwurf beschlossen, der die Teilnahme und Organisation solcher illegalen Kraftfahrzeugrennen unter Strafe stellt“, sagt Kühne-Hörmann. Der Bundestag habe diesen wichtigen Gesetzentwurf bisher aber nicht aufgegriffen. Der Antrag auf der Justizministerkonferenz soll deshalb noch einmal auf die Notwendigkeit dieses Themas hinweisen.

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Eva Kühne-Hörmann © Archivfoto

Jugendlicher Leichtsinn trifft auf Geld und Wetten

„Ob Berlin, Köln, Mönchengladbach oder Kassel. Wir wissen, dass in vielen Städten illegale Autorennen veranstaltet werden. Da ist viel jugendlicher Leichtsinn im Spiel. Es geht aber auch um Geld und Wetten. Das Risiko, das von solchen Kraftfahrzeugrennen ausgeht, ist enorm“, so Kühne-Hörmann. Immer wieder gebe es bei solchen Rennen Tote und Verletzte. Gerade in den jüngsten Fällen seien es unbeteiligte Fußgänger oder Fahrradfahrer gewesen.

Illegale Autorennen werden bisher nur als Ordnungswidrigkeit geahndet. Das bedeutet, dass den erwischten Fahrern ein Bußgeld von bis zu 400 Euro und ein Monat Führerschein-Entzug drohen. Die Mehrheit der Deutschen ist jedoch für härtere Strafen.

Gefahr für Leib und Leben: Bisheriges Strafmaß ist zu gering

„Das ist angesichts der hohen Gefahren für Leib und Leben unbeteiligter Dritter ein zu geringes Strafmaß“, sagt die Ministerin. Der Gesetzentwurf des Bundesrates sehe vor, die Teilnahme und Organisation solcher Rennen in das Kernstrafrecht aufzunehmen. Das bedeute zum Beispiel, dass eine Mindeststrafe von einem Jahr Freiheitsstrafe droht, wenn ein Mensch zu Tode komme.

Der Gesetzentwurf habe aber auch das Ziel, endlich Klarheit zu schaffen. In der Rechtsprechung würden bisher unterschiedliche Auffassungen vertreten. Der Gesetzentwurf soll deshalb sowohl gesetzgeberische Klarheit schaffen, als auch ein deutliches gesellschaftliches Zeichen gegen dieses Phänomen setzen, so die Justizministerin, die auf die aktuelle Vorlage eines Falles aus Köln beim Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe hinweist.

Auch Solo-Rennen gegen die Zeit sind ein großes Problem

„Diese Initiative zur Strafverschärfung findet meine vollste Unterstützung und ich selbst werde mich weiterhin für diese stark machen“, sagt Dr. Norbert Wett, der Kasseler CDU-Bundestagskandidat. Wichtig sei, dass auch „Einzelraser“ erfasst würden, die sich gleichsam ein Rennen gegen die Zeit liefern. Wie gefährlich solche „Solo-Rennen“ seien, könne man anhand zahlreicher selbstgefilmter Videos im Internet sehen. 

Auch die mit nächtlichen Solo-Showfahrten auf der Friedrich-Ebert-Str. oder dem Innenstadtring in Kassel verbundene Lärmbelästigung müsse unterbunden werden, so Wett. Neben der Strafverschärfung sei daher vor allem die Polizei gefordert, deutlich Flagge zu zeigen und so abschreckend auf die Raser zu wirken, sagt Wett. 

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