Vorstellung in Kasseler Stadtverordnetenversammlung

Gegenkandidat für Völker: Professor aus NRW bewirbt sich um Kulturdezernat

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Susanne Völker (37) will Kulturdezernentin in Kassel werden: Die Geschäftsführerin der Grimmwelt wird aus den Reihen der Koalition von der Liberalen Liste für den neuen Dezernentenposten vorgeschlagen.

Kassel. Bei der Wahl der neuen Dezernenten werden in Kassel wohl vier Bewerber für die drei zu vergebenden Posten antreten.

Susanne Völker, die von der Koalition aus SPD, Grünen und Liberaler Liste vorgeschlagene Kandidatin für das Kulturdezernat, wird es mit einem Gegenkandidaten zu tun bekommen. Auf Wunsch der Kasseler Linken wird sich in der Sitzung am Montag, 28. August, auch Prof. Dr. Hans-Joachim Wagner (Düsseldorf) den Stadtverordneten als Bewerber vorstellen.

Das Kulturdezernat

Wagner ist seit Oktober 2006 als Fachbereichsleiter Musik, Theater und Tanz bei der Kunststiftung NRW tätig. Er wisse um die Mehrheitsverhältnisse in Kassel, habe sich aber dennoch auf die interessante Stelle beworben, betont der 56-Jährige im Gespräch mit unserer Zeitung (Bericht rechts). Wagner sei nicht der Kandidat der Kasseler Linken, doch er habe bei seiner Vorstellung im Ausschuss Interesse geweckt, berichtet Fraktionsvorsitzender Lutz Getzschmann. Weil er sich auch etwa für die freie Kulturszene starkmachen wolle, habe man entschieden, dass auch er sich vorstellen solle. Ob die Linke ihn tatsächlich unterstützen werde, sei aber noch offen. Getzschmann: „Wir machen keine Fundamental-Opposition gegen den Koalitionsvorschlag. Wir machen es von der Vorstellung der Bewerber abhängig.“ Grimmwelt-Geschäftsführerin Susanne Völker (37) ist damit offenbar die einzige von der Koalition vorgeschlagene Bewerberin mit einem Gegenkandidaten.

Die weiteren Dezernate

Das Kulturdezernat steht am Montag als erstes auf der Tagesordnung. Danach ist die Wiederwahl von Stadtbaurat Christof Nolda (Grüne) vorgesehen. Die Wahlen der neuen Dezernenten mit den Schwerpunkten Bürgermeister/ Soziales sowie Sicherheit/Ordnung/Verkehr sollen folgen. Dafür sind bisher jeweils nur ein Bewerber bekannt – die von der Koalition vorgeschlagenen Ilona Friedrich (SPD/55 Jahre) und Dirk Stochla (SPD/44).

Die Ausgangslage

Die Koalition aus SPD, Grüne und Liberaler Liste verfügt über 36 der 71 Sitze in der Stadtverordnetenversammlung. Steht die Mehrheit von nur eine Stimme bei den geheimen Dezernentenwahlen, gibt es für die von der Koalition vorgeschlagenen Bewerber keine Probleme – unabhängig davon, wie andere Fraktionen abstimmen und sich Mitbewerber Wagner schlägt. Steht die Koalitionsmehrheit aber nicht, wird es eng für alle Beteiligten. 

Der Gegenkandidat

Prof. Dr. Hans-Joachim Wagner

Er verstehe sich als Kulturmanager und Kurator, betont Prof. Dr. Hans-Joachim Wagner. Der 56-Jährige will Kulturdezernent der Stadt Kassel werden. Er ist der einzige Kandidat, der sich neben den drei Bewerbern der Koalition den Stadtverordneten vorstellen „darf“. „Kassel hat ungeheures Potenzial“, sagt Wagner zum Motiv für seine Bewerbung. Dafür stünden etwa documenta, Weltkulturerbe Bergpark/Wasserspiele Wilhelmshöhe und die Bewerbung als Europas Kulturhauptstadt 2025. In Köln habe er den Kulturhauptstadt-Prozess für 2010 bereits begleitet. Für Kassel würde er es gern wieder tun. „Das ist eine spannende und interessante Herausforderung.“

Wagner studierte Musikwissenschaft, Deutsche Philologie und Kunstgeschichte. Er hat viel Erfahrung in Sachen Kultur. Seit 2006 ist er Fachbereichsleiter Musik, Theater und Tanz bei der Kunststiftung NRW (Düsseldorf). Unter anderem arbeitete er bereits als Lehrbeauftragter an Musikhochschulen, war als Dramaturg, Autor und Musikreferent im Kölner Kulturamt tätig. Wagner ist künstlerischer Leiter der „Feste musicali“- Osterkonzerte in Köln.

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