Fraktionen wollen weniger als die bisher genannten zehn Millionen Euro ausgeben

Geht es auch günstiger?

Lange geht das nicht mehr gut: Städtische-Werke-Mitarbeiter Andreas Hornhart steht neben dem Balken, der den Technikraum im Freibad Wilhelmshöhe abstützen muss. Foto:  Herzog

Kassel. In Sachen Freibad-Sanierung sind die Rathaus-Grünen auf ihren Kooperationspartner SPD nicht gut zu sprechen. Gernot Rönz, Fraktionschef der Grünen, pocht darauf, dass es eine gültige Beschlusslage zu den Bädern gibt. Eine Grundsatzentscheidung für die Sanierung beider Freibäder sei mehrfach getroffen worden. Aus Sicht der Grünen gibt es keinen Grund, daran zu rütteln. Klar sei, dass die Sanierungskosten noch einmal auf den Prüfstand kommen sollen. Bisher ist von zehn Millionen Euro für beide Bäder die Rede.

Angesichts von lediglich 16,25 Millionen Euro, die Kassel laut Etatentwurf im Jahr 2013 insgesamt investieren darf, gebe es noch keine Idee, „wie wir da zehn Millionen Euro für die Bäder unterbringen“, sagt SPD-Fraktionschef Uwe Frankenberger. In der Fraktion gebe es unterschiedliche Auffassungen, ob Bäder saniert oder Geld besser für Wichtigeres ausgegeben werden soll. Die SPD werde jetzt belastbare Gutachten abwarten, ob eine Bädersanierung auch für weniger als die bisher kalkulierten zehn Millionen Euro zu machen sei. Erst wenn das klar sei, werde man eine Entscheidung treffen, kündigt Frankenberger an. Eine Entscheidungshilfe will der Förderverein Bad Wilhelmshöhe liefern. Der hat ein Gutachten in Auftrag gegeben, bei dem geprüft werden soll, ob das 50-Meter-Becken kostengünstig mit einem neuen Einsatz aus Kunststoff oder Aluminium versehen werden kann. Darauf setzt auch Ortsvorsteherin Anja Lipschik, die für die Grünen in der Stadtverordnetenversammlung sitzt.

CDU-Fraktionschef Dr. Norbert Wett sagt angesichts der unklaren Bäderlage: „Das haben wir erwartet.“ Er fordert den Magistrat auf, mit offenen Karten zu spielen und den Fortbestand der beiden Freibäder nicht durch eine stetig weiter hinausgeschobene Entscheidung aufs Spiel zu setzen. Die CDU wolle beide Bäder erhalten und sehe Chancen, dass dies auch zu wesentlich niedrigeren Kosten möglich ist.

Alternativen im Umland

Einen Trost gibt es für die Kasseler: Die Freibäder am Stadtrand in Baunatal, Vellmar, Lohfelden, Niestetal, Söhrewald, Helsa und Fuldatal-Ihringshausen sind in Schuss und sollen zur nächsten Saison öffnen. (tos/ach)

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