Geht die Stadt Kassel mit ihrem Bäderkonzept baden?

Kassel. Das Bäderkonzept der Stadt gerät immer stärker in die Kritik. Nicht nur die Kosten laufen mit 46 Mio. statt der kalkulierten 30 Mio. Euro aus dem Ruder - trotz etlicher Abstriche. Die Pläne entsprechen in Teilen auch immer weniger den Erwartungen an die neue Bäderlandschaft.

Kritiker wie die Kasseler Linke und die CDU fordern deshalb eine breite Bürgerbeteiligung.

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Widerstand formiert sich vor allem gegen eine deutliche Verkleinerung des Schwimmbeckens in Bad Wilhelmshöhe. Seit die Pläne für Abriss und Neubau des Freibads bekannt wurden, die Bäderdezernent Dr. Jürgen Barthel (SPD) aus Kostengründen hegt, schlagen die Wellen hoch. Statt 50 mal 18 Meter könnte die Wasserfläche künftig nur noch 25 mal 12,5 Meter messen. Überraschungen sind auch beim Freibad Harleshausen nicht ausgeschlossen, einem weiteren Sanierungsfall.

Gegenwind kommt zudem von der Initiative Pro Auebad. Sie beklagt eine aus ihrer Sicht zu geringe Wassertiefe des Schwimmbeckens in dem 30 Millionen Euro teuren Neubau am Auedamm. Das kombinierte Hallen- und Freibad an der Fulda soll das Flaggschiff der Kasseler Bäderlandschaft werden und 2013 fertig sein.

Erfolge können die Badplaner bislang nicht vorweisen: Das Hallenbad Süd hat auch nach der sieben Millionen Euro teuren Sanierung mit durchschnittlich 300 zahlenden Besuchern am Tag nicht mehr Zuspruch als vorher. „Wir haben mit mehr gerechnet“, räumte der für die Bäder zuständige KVV-Geschäftsführer Norbert Witte denn auch kürzlich ein.

Bäderdezernent Barthel lasst die Kritik nicht gelten. Beim Auebad habe es eine breite Bürgerbeteiligung gegeben. „Änderungen sind jetzt nicht mehr sinnvoll.“ Die Pläne für das Freibad Wilhelmshöhe würden mit Vereinen und Schulen besprochen, Kinder und Jugendliche ebenfalls beteiligt.

Von Ellen Schwaab

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