Salat und Tomaten sind wieder gefragt - Nach der Ehec-Krise normalisiert sich die Lage in der Markthalle

„Geht weg wie warme Semmeln“

Die Lage normalisiert sich wieder: Burgit Becker (von links) und Petra Schminke verkaufen wieder Salat und Gurken. Lena Lieder, ihr Sohn Max-Janik Rist und Henning Rist freuen sich, dass sie wieder ohne Bedenken Salat kaufen können. Fotos:  Fischer

Kassel. Ihr Sohn habe Gurken schon sehr vermisst, sagt Lena Lieder. Natürlich habe sie Max-Janik keine Gurken gegeben, als wegen des Ehec-Erregers vor dem Verzehr dieses Salates gewarnt worden war. Seit über zwei Wochen wird kaum noch über Ehec berichtet. In den Medien wird nicht mehr vor dem Verzehr von Tomaten und Salatköpfen gewarnt - nur Sprossen scheinen gefährlich werden zu können und sind daher tabu.

Die entspannte Lage hat sich am Samstag auch in der Kasseler Markthalle bemerkbar gemacht. Lena Lieder, die mit ihrer Familie zum Einkaufen unterwegs ist, hat mehrere Tüten mit frischem Grünzeug in der Hand. Eine Lehre hat sie allerdings aus der Ehec-Krise gezogen: Sohn Max-Janik bekommt nur noch geschälte Gurken serviert.

„Es kommt wieder alles ein bisschen in Schwung“, sagt Burgit Becker, die am Stand ihrer Schwester, der Gemüsebäuerin Petra Schminke, arbeitet. Gurken und Blattsalate sind wieder gefragt. Der Umsatz sei mittlerweile nur noch 20 Prozent geringer als vor der Ehec-Krise. Petra Schminke hat ausgerechnet, dass sie dadurch rund 2500 Euro Verlust gemacht hat. „Zwei Sätze Salat sind wie Weihnachtsbäume in die Höhe geschossen, weil wir sie nicht ernten mussten.“

Gänsehaut bekommen

Umsatzeinbußen, wenn auch nur geringe, musste auch Suzanne Martens aus Fuldatal hinnehmen. Das Gute sei aber gewesen, dass sie viele Gespräche mit den Stammkunden geführt habe und diese dann trotz Ehec Salatköpfe gekauft hätten. „Ich habe richtig Gänsehaut bekommen, weil unsere Kunden uns so vertraut haben“, sagt Martens. Mittlerweile habe sich das Geschäft wieder normalisiert. Mit einer Ausnahme: Sprossen werden nicht nachgefragt und auch nicht angeboten.

Heftige Einschnitte habe sie wegen Ehec nicht hinnehmen müssen, sagt Händlerin Tanja Kiebach aus Lohfelden. Viele Stammkunden seien trotz des Erregers treu geblieben. „Seitdem man im Fernsehen nichts mehr darüber hört, ist Ruhe eingekehrt.“

Die Menschen hätten sich richtig gefreut, als Entwarnung gegeben worden sei. „Tomaten und Salat gehen bei uns wieder weg wie warme Semmeln“, sagt Kiebach.

Vertrauen ist wichtig

Gerade weil die Herkunft des Erregers noch nicht sicher ist, spiele Vertrauen bei den Verbrauchern eine immer wichtigere Rolle, sagt Markthallen-Geschäftsführer Andreas Mannsbarth. Wie gut kenne ich den Anbieter, welche Erfahrungen habe ich bislang mit ihm gemacht, woher bezieht er seine Produkte oder stellt er sie gar selbst her - das seien Fragen, die sich viele Kunden gestellt hätten.

Von Ulrike Pflüger-Scherb

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