Mahmoud el Ahl macht Ende der Diktatur in Ägypten glücklich

Im Geist stets mit dabei

Immer in Sorge um die Tochter in Kairo: Astrid und Mahmoud el Ahl sorgten sich während der Revolution in Ägypten um ihre Angehörigen. Doch nach dem Rücktritt Mubaraks fühlen sie sich befreit. Archivfoto: Koch

Kassel. Wenn ein eingefleischter Fußballfan wie Mahmoud el Ahl den Besuch eines spannenden Fußballspiels zwischen Dortmund und Schalke absagt, dann muss es schon dicke kommen. Und so war es: Seitdem in seinem Heimatland die teils blutige Revolution ablief, saß der Ägypter mit deutschem Pass von früh bis spät vor dem großen Bildschirm und fieberte mit.

Als der ägyptische Präsident Husni Mubarak am vergangenen Freitag endlich zurücktrat, saß der 69-Jährige natürlich wieder vor dem Fernseher. „Ich war im Geiste immer mit dabei“, sagt er. Gleichzeitig informierte ihn seine Tochter Amira, die als Journalistin in Kairo arbeitet, über den Rücktritt. „Die Nachricht war für mich wie meine Hochzeit, die Geburt meiner Kinder und wenn mein Lieblings-Fußballverein ein Tor schießt zusammen“, sagt der bekannte Gastronom.

Glücklich und befreit sei er - vergleichbar mit den Gefühlen beim Mauerfall. „Ich bin stolz, dass ich zwei Revolutionen erleben durfte in den beiden Ländern, die mir am Herzen liegen: Ägypten und Deutschland.“ Seitdem die Demokratie in dem nordafrikanischen Land möglich ist, ist der sympathische Mann aus dem Häuschen. Und mit ihm die 100 Mitglieder der Deutsch-Ägyptischen Gesellschaft in Kassel. El Ahl ist zusammen mit Michael von Rüden einer der Vorsitzenden. Gefeiert werden konnte zwar nicht, weil das Vereinslokal Schloss-Café derzeit umgebaut wird. Aber die Glückwünsche vieler Menschen erreichten ihn. Und die Anrufe seiner ägyptischen Verwandten, die zurzeit nur ein einziges Gefühl vereint: Euphorie.

Seine Sorge und die seiner Frau Astrid galten in all den Tagen des Umbruchs ihrer Tochter Amira, die aus Kairo auch für die HNA berichtet hatte. „Ich war immer froh, wenn ich sie auf den Nachrichtensendern Deutsche Welle und N 24 gesehen habe.“ Dann habe er immer gewusst, dass sie noch lebe.

In Kürze will el Ahl nach Kairo fliegen. „Ich will den jungen Menschen danken, die für die Demokratie gekämpft haben.“ Sie hätten dem Volk das zurückgegeben, was lange unterdrückt geworden sei: Stolz, Esprit, das Lächeln und den Witz. Mehr zum Thema im Politik-Teil.

Von Beate Eder

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