Kasseler Verkehrsgesellschaft rechnet mit wachsenden Fahrgastzahlen auf dem documenta-Rundkurs

Die gelbe Linie ist gefragt

Der Kunstexpress ist gelb: Während der documenta fährt die Linie d 13 die Besucher auf einer extra eingerichteten Route zu den Ausstellungsorten. Foto: Herzog

Kassel. Seit gut einem Monat gibt es eine Buslinie mehr in Kassel: Die gelben d 13-Busse fahren seit Beginn der documenta ihren Rundkurs entlang der Ausstellungsorte. Die Busse würden grundsätzlich gut angenommen, sagt KVG-Sprecherin Heidi Hamdad.

Zahlen schwanken

Die Fahrgastzahlen schwankten aber stark: Bei schlechtem Wetter und an Wochentagen herrsche weniger Betrieb, an sonnigen Wochenenden seien die im Viertelstundentakt verkehrenden Busse aber mitunter voll besetzt. Seit dem Beginn der Ferien ziehe die Nachfrage spürbar an. Man gehe davon aus, dass die Besucherzahlen der documenta und damit die Fahrgastzahlen steigen, je weiter die Ausstellung fortschreitet. Zur Halbzeit der documenta will die KVG die Auslastung der d 13-Linie auswerten und genaue Zahlen vorlegen.

Die Fahrer der insgesamt fünf gelben Busse, in die überwiegend Touristen einsteigen, sind meist Auszubildende für den Beruf Fachkraft im Fahrbetrieb (Fif) – junge Leute, deren Schulenglisch noch frisch ist und die auch ausländischen Fahrgästen Fragen beantworten können. Michael Schuß (22) und Michael Gunkel (21) macht es Spaß, das internationale Kunstpublikum durch Kassel zu kutschieren. Ob Argentinien, Holland, USA, Japan oder Großbritannien – an Bord des Busses waren schon Menschen verschiedenster Nationalitäten.

Michael Schuß hat den Ehrgeiz, möglichst viele mit einem Satz in deren Muttersprache zu überraschen. Manchmal habe er versehentlich aus lauter Gewohnheit auch schon deutsche Fahrgäste auf Englisch angesprochen, sagt der 22-Jährige aus Kassel. Aber auch auf Polnisch hat er ein „Dzien dobry“ (Guten Tag) und auf Holländisch ein „Tot ziens“ (Bis bald) parat.

Die Fahrgäste seien freundlicher als in anderen Linien, sagt Michael Gunkel. „Man wird auch als Fahrer viel mehr wahrgenommen, viele bedanken sich sogar beim Aussteigen.“ Und wer einsteigen wolle, winke oft den Bus heran – eine Gepflogenheit aus dem angelsächsischen öffentlichen Nahverkehr, die den Kasseler Fahrern zunächst einmal komisch vorkam.

Nicht alle kennen Halteknopf

Dafür würden nicht alle auswärtigen Passagiere den Halteknopf kennen. „Deshalb halte ich inzwischen einfach an jeder Haltestelle und mache die Türen auf“, sagt Michael Gunkel.

Aber auch viele Kasseler nutzten die Linie d 13, berichten die Fahrer – und zwar nicht nur, um zur Kunst zu fahren, sondern auch, um andere Wege entlang der Strecke zu erledigen. Mit documenta-Ticket ist die Fahrt gratis, ansonsten darf man mit einem normalen Fahrschein zusteigen.

Sogar Hunde lassen sich im gelben documenta-Express befördern. „Vom Handtaschenhund bis zur Dogge war schon alles dabei“, sagt Schuß und grinst. Die tierischen Fahrgäste stiegen mit ihren Herrchen oder Frauchen dann an dem Hundespielplatz an der Gärtnerplatzbrücke aus.

Von Katja Rudolph

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