Uni startet eigene Crowdfunding-Plattform: Finanzielle Unterstützung für innovative Projekte gesucht

Geld auftreiben für gute Ideen

Kosmetik für Naturbewusste: Sylvie Müller (29) stellt Cremes und Badezusätze aus heimischen Pflanzen her. Foto: privat

Kassel. Die Idee ist gut, aber die Welt noch nicht bereit, lautet eine Textzeile der Band Tocotronic. Die Idee ist gut, aber das Geld steht nicht bereit – dieses Problem kennen viele kreative Köpfe und Unternehmensgründer. Mit einer eigenen Crowdfunding-Plattform will die Uni ihnen künftig helfen, finanzielle Unterstützung einzuwerben.

Die Gründungsberatung „Inkubator“ der Uni Kassel trifft immer wieder auf Teams und Einzelkämpfer mit spannenden Vorhaben, die aber nicht die Voraussetzungen für eine staatliche Förderung über das Exist-Gründerstipendium erfüllen. „Crowdfunding ist in solchen Fällen ein vielversprechendes alternatives Finanzierungsinstrument“, sagt Gabriele Hennemuth-Tilschner von Inkubator.

Beim Crowdfunding – im Deutschen auch Schwarmfinanzierung genannt – gilt es, Unterstützer für die eigene Idee zu finden, die Geld zu deren Verwirklichung geben. Im Gegenzug gibt die Plattform den Menschen in der Region Einblicke in spannende Projekte an der Uni und darüber hinaus.

Mit dem Startschuss der Seite www.unikat-crowdfunding.de am kommenden Donnerstag werden dort vier Projekte von Studenten der Uni Kassel versuchen, möglichst viele Förderer zu begeistern. Sylvie Müller, Studentin der Ökologischen Agrarwissenschaften in Witzenhausen, benötigt beispielsweise 3500 Euro, um die Herstellung ihrer Naturkosmetik aus heimischen Pflanzen zu finanzieren.

Gabriele Hennemuth

Ein vierköpfiges Team um den Kasseler Sebastian Erdmann will 10.000 Euro zusammenbekommen, um mit seinen selbst entwickelten Energiespar-Herden Menschen in Afrika zu helfen. Mit dem Geld sollen die ersten 100 Bausätze nach Uganda geschickt und dort ein Verteil- und Montagezentrum eingerichtet werden.

Das studentische Projekt „Nextkassel“ will die Verbesserungsideen von Kasselern für ihre Stadt in einem Buch herausgeben. Und ein Team aus Witzenhausen hat den Plan, einen Bauwagen zu einem mobilen Schulgarten umzufunktionieren.

Für alle kreativen Köpfe

Es können aber nicht nur Uni-Angehörige die neue Plattform nutzen, die ein Gemeinschaftsprojekt der Uni, der Wirtschaftsförderung Region Kassel und des Crowdfunding-Portals „Startnext“ ist. Auch andere kreative Köpfe aus der Region können dort versuchen, Geldgeber für ihr Vorhaben zu finden: Sei es eine Theater- oder Filmproduktion, eine CD, eine innovative Geschäftsidee oder eine ungewöhnliche Erfindung.

Hilfe für Entwicklungsländer: Sebastian Erdmann (25) hatte die Idee für diesen Energiesparherd-Bausatz. Foto: Schaffner

Über die Rückmeldungen finanzieller Art oder einfach das Interesse am auf der Plattform vorgestellten Projekt können die Teams auch sehen, ob das, was sie vorhaben, marktfähig ist. Oder anders gesagt: Ob die Welt schon für die Idee bereit ist. Wenn nicht, bekommen alle Geldgeber ihren Beitrag zurück.

Die Crowdfunding-Webseite wird am Donnerstag, 20. Februar, 17 Uhr, bei einer Veranstaltung in der Kunsthochschule freigeschaltet. Anmeldung: wallbach@uni-kassel.de

Von Katja Rudolph

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