1. Startseite
  2. Kassel

Geld für Geschenke sitzt locker: Studie betrachtet Weihnachts-Einkaufspläne der Menschen im Raum Kassel

Erstellt:

Von: Axel Schwarz

Kommentare

Bald ist es wieder soweit: In rund fünf Wochen ist Weihnachten - und das wollen die Kasseler offenbar großzügig feiern: Bei den Geschenken planen die Einwohner laut einer Umfrage in der Region mit einem Budget von rund 555 Euro.
Bald ist es wieder soweit: In rund fünf Wochen ist Weihnachten - und das wollen die Kasseler offenbar großzügig feiern: Bei den Geschenken planen die Einwohner laut einer Umfrage in der Region mit einem Budget von rund 555 Euro. © Diana_Drubig/Fotolia

Trotz allgemein stark gestiegener Lebenshaltungskosten planen die Kasseler offenbar nicht, sich beim Kauf von Weihnachtsgeschenken einzuschränken. Im Gegenteil.

Kassel – Durchschnittlich kalkulieren Einwohner im Raum Kassel in dieser Adventszeit mit einem Geschenke-Budget von 555 Euro. Das liegt deutlich über dem Niveau des Vorjahres (494 Euro) und übertrifft auch den Bundesdurchschnitt von 520 Euro.

Dies geht aus der aktuellen Weihnachtsumfrage der FOM Hochschule für Ökonomie und Management hervor. Deutschlandweit haben Interviewer mehr als 35 000 Konsumenten befragt, darunter 673 Personen in Kassel. Der Reiz dieser seit 2011 vorgenommenen Untersuchung liegt darin, dass sich die repräsentativen Befunde auf einzelne deutsche Städte herunterbrechen lassen.

Demnach sind unter 18 betrachteten Stadtregionen zwischen Hamburg, München und Berlin die im Raum Kassel geplanten Geschenkeausgaben am vierthöchsten. Die angespannte wirtschaftspolitische Lage scheint dabei keine besonders große Rolle zu spielen. „Wir hätten erwartet, dass sich die aktuellen Krisen und Herausforderungen stärker auf die Kauflaune der Menschen in Kassel auswirken“, sagt der wissenschaftliche Leiter der FOM-Studie, Oliver Gansser.

Kaum Einfluss der Krise

Für sechs von zehn Befragten wirken sich gestiegene Energie- und Lebensmittelpreise nicht auf ihre Geschenkekauf-Pläne aus. Noch geringer sind andere durch die Krise nahe liegende Einflussgrößen: Etwa sieben Prozent der Teilnehmer gaben an, aus Sorge um die berufliche Zukunft bei Geschenken zu sparen. Die derzeit hohen Kraftstoffpreise sind laut der Studie für jeden Fünften ein Grund, sich beim Weihnachts-Shopping einzuschränken.

Das schenken Kasseler

Bei Kasseler Geschenkekäufern wird die Beliebtheitsskala angeführt von Büchern – 46 Prozent der Befragten planen Buchgeschenke. Es folgen Kleidung, Schuhe und Accessoires (45 Prozent) sowie Kosmetika und Parfums (43 Prozent). Das meiste Geld ausgegeben wird allerdings für andere Weihnachtsgaben: Dabei rangieren Geldgeschenke vorn (Durchschnittswert in Kassel: 131 Euro), elektronische Geräte (111 Euro), Reisen und Freizeitaktivitäten (104 Euro) sowie das Thema Smartphone (101 Euro).

Männer warten länger

Ein Trend aus den Vorjahren setzt sich laut den Studien-Autoren fort: Auch in Kassel machen sich Männer für ihre Weihnachtseinkäufe tendenziell später auf den Weg als Frauen. Die beliebteste Einkaufszeit liegt für beide Geschlechter in den ersten beiden Dezemberwochen. Während viele Frauen jedoch zwischen Oktober und November den Großteil ihrer Geschenke besorgen, sind Männer oft auch noch in der letzten Woche vor Weihnachten auf Geschenkesuche.

Kauf vor Ort hat Fans

Obwohl der Online-Handel weiter auf dem Vormarsch ist, haben Kunden im Raum Kassel immer noch eine leichte Präferenz für örtliche Geschäfte, wenn es um Weihnachtseinkäufe geht. 66 Prozent der Befragten haben angegeben, dass sie fürs Geschenke-Shopping den stationären Handel als wichtig empfinden; für 63 Prozent ist demgegenüber das Internet eine wichtige Einkaufsquelle.

Bei der weiblichen Kundschaft ist dabei eine stärkere Präferenz für örtliche Ladengeschäfte ausgeprägt, ebenso und noch deutlicher bei den älteren Kundengruppen von Mitte 40 aufwärts. Wer jünger ist, besorgt dem gegenüber laut der Studie mehr als vier Fünftel seines Geschenkebedarfs im Online-Handel.

Dass bei den Kasselern das Geld für Weihnachtsgeschenke trotz der Krise relativ locker sitzt, könnte nach Einschätzung von Studienleiter Gansser damit zusammenhängen, dass gerade in komplizierten Zeiten der „Wunsch nach Tradition und einem ritualisierten Familienerlebnis“ besteht.

Auch interessant

Kommentare