Hoteliers nutzen eingesparte Mehrwertsteuer vor allem für Ausbau und Sanierung

Geld für Schönheitskur

Neue Einrichtung: Hotelier Ralf Gude hat die eingesparte Mehrwertsteuer genutzt, um die Zimmer im Hotel Gude zeitgemäß zu gestalten und auszustatten. Foto: Koch

kassel. „Der Muff der 1980er-Jahre soll weg“, sagt Ralf Gude. Nun geht’s der Hotelfassade an den Kragen. Sie soll zeitgemäßer werden. Der Hotelier investiert 1,5 Millionen Euro in die Modernisierung des Hauses, das er von seinen Eltern übernommen hat. Das Hotel Gude an der Frankfurter Straße, das 85 Mitarbeiter beschäftigt, wird zurzeit umgebaut, bekommt eine neue Lobby und eine neue Fassade. Ein Teil der Zimmer wurde bereits modernisiert.

Gut durch die Krise

Er sei eigentlich kein Verfechter dieses Steuersenkungsmodells gewesen, sagt Gude. Er habe auf eine allgemeine Lösung gesetzt. Doch es habe große Erleichterungen gebracht. Dank der niedrigeren Mehrwertsteuer seien Investitionen trotz der Wirtschafts- und Finanzkrise möglich gewesen, sagt Gude.

Im Hotel „Zum Steinernen Schweinchen“ an der Konrad-Adenauer-Straße wird ebenfalls kräftig investiert. Das Haus wird größer. Im Zuge des Ausbaus werden ein Konferenzzentrum, ein Hotelspa und 22 Zimmer geschaffen. Ohne die niedrigere Mehrwertsteuer wäre dies nicht möglich gewesen, sagt Hausherr Thomas Nähler. Jeder Cent des eingesparten Geldes sei in Sanierung und Ausbau geflossen.

Der Hotelier spricht von einem hohen Sanierungsstau im Hotelgewerbe. „Das wird noch Jahre brauchen, bis der abgebaut ist.“ Wenn der Ausbau des Steinernen Schweinchens im März nächsten Jahres beendet ist, werden dort 32 Mitarbeiter beschäftigt sein - sieben mehr als vorher.

Im Ramada-Hotel am Kongress Palais Stadthalle wurde das Personal ebenfalls aufgestockt und in die Ausstattung des Hauses investiert. Unter anderem in ein neues Schließsystem, neue Fernsehapparate auf den Zimmern und zeitgemäße Terrassenmöbel. Laut Direktionsassistent Dennis Hühn sind zudem zwei Vollzeitstellen hinzugekommen. Das Ramada-Hotel beschäftigt 53 Mitarbeiter sowie 20 externe Kräfte und Aushilfen.

Gästezimmer flottgemacht

Hans-Jürgen Fehr, Inhaber des Hotels „Zur Post“ in Lohfelden, hat 40 000 Euro in die Sanierung der Gästezimmer gesteckt. „Man muss immer auf dem neuesten Stand bleiben“, sagt er. Die Senkung der Mehrwertsteuer sei dabei eine große Hilfe, weil das eingesparte Geld dafür eingesetzt werden könne. „Das ist ein Schritt in die Zukunft.“ Der Gastronom und Hotelier beschäftigt 20 feste Mitarbeiter und ebenso viele Aushilfen.

Aufwendig modernisiert wird zurzeit auch der Schweizer Hof in Bad Wilhelmshöhe. Ein weiteres Beispiel ist das Hotel La Strada an der Raiffeisenstraße in der Südstadt, das stetig wächst. Hotelier Herbert Aukam trägt sich auch weiterhin mit Neubauplänen.

Von Ellen Schwaab

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