DAK spendet Bundesverband für Suchtkranke 22 000 Euro

Geld für die Selbsthilfe

Arbeiten gut zusammen: Der Leiter des DAK-Servicezentrums Kassel, Ernst Jürgen Braun, und Käthe Körtel, Geschäftsführerin des Bundesverbands für Suchtkranke. Foto:  Polk

Kassel. Den ersten Kontakt suchen meistens die Angehörigen. „Betroffene melden sich erst dann, wenn der Leidensdruck zu groß ist“, sagt Käthe Körtel, Geschäftsführerin des Bundesverbands Freundeskreise für Suchtkranke in Kassel.

Menschen, die an einer Suchtkrankheit leiden, sind damit nicht allein. Ihre Familien sind immer mit betroffen. „Wir wollen diese Tatsache in unseren Selbsthilfegruppen mehr in den Mittelpunkt stellen“, sagt die Sozialpädagogin. Ehrenamtliche Gruppenbegleiter unterstützen in 800 Gruppen bundesweit 11 000 Teilnehmer.

Schulung der Begleiter

Die Schulung der Gruppenbegleiter ist Ziel eines Projektes. Sie sollen in ihrer Arbeit mit Betroffenen und deren Angehörigen unterstützt und qualifiziert werden. „Dazu müssen wir erstmal ermitteln, welcher Schulungsbedarf besteht“, sagt Körtel.

Die Gruppenbegleiter seien häufig selbst von einer Suchtkrankheit betroffen, sie kennen daher die Probleme der Teilnehmer. Geplant ist außerdem die Erarbeitung einer Broschüre zur Verbesserung der Öffentlichkeitsarbeit.

„Was hier geleistet wird, ist Hilfe zur Selbsthilfe. Das unterstützt unsere Maßnahmen zur Rehabilitation“, sagt Ernst Jürgen Braun, Leiter des DAK-Servicezentrums in Kassel. Die DAK finanziert das Projekt der Suchtkrankenhilfe mit Selbsthilfefördermitteln in Höhe von 22 000 Euro.

Braun weist auf die Folgeschäden von Suchterkrankungen hin, etwa Leberzirrhose oder Krebserkrankungen durch Alkoholmissbrauch. „In Selbsthilfegruppen setzen sich Betroffene offensiv mit ihrer Krankheit auseinander. Das ist Bedingung für eine Veränderung ihres Suchtverhaltens“, sagt Braun. Die Hemmschwelle, eine Selbsthilfegruppe anzusprechen, sei niedriger als sich an eine offizielle Stelle zu wenden, sagt Körtel. (zip)

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